Ein Schiff fährt auf das Emssperrwerk zu. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Baggergut aus der Ems soll auf Felder verteilt werden

Stand: 30.07.2021 20:23 Uhr

Küstenschützer, Deichverbände und Landwirte wollen prüfen, ob Baggergut aus der Ems landwirtschaftliche Nutzflächen verbessert. Später kann das Material für den Deichbau verwendet werden.

"Hier geht es konkret darum, das Sediment aus der Ems als wertvolles Material zu nutzen für den Aufbau von Flächen vor und hinter dem Deich", teilte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag zum Start des Pilotprojekts in Jemgum (Landkreis Leer) mit. Damit sollten auch neue Vorräte an Klei, also entwässertem Schlick, für den künftigen Deichbau geschaffen werden. Anfallende Sedimente, die für eine Naturschutzmaßnahme aus dem Deichvorland bei Jemgum ausgebaggert werden, sollen in unterschiedlicher Stärke auf Versuchsfeldern ausgebracht und eingearbeitet werden. Je nach Standort, etwa Marsch und Geest, und nach Nutzungsarten wie Ackerbau oder Grünland unterscheiden sich die Flächen.

Abschlussbericht soll 2023 vorliegen

Die Ems leidet seit Jahrzehnten an wachsenden Schlickmassen, die sich im Fluss ablagern. Hauptursache sind nach Ansicht von Naturschützern die ständigen Ausbaggerungen des Flusses etwa für Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft. Niedersachsen hatte mit den benachbarten Niederlanden 2018 eine Strategie zum Sediment-Management in der Ems vereinbart, um die Gewässergüte des Flusses zu verbessern. Nach Angaben des Umweltministeriums ist das Pilotprojekt nun ein erster Baustein dieser Strategie. 2023 soll ein Abschlussbericht vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 30.07.2021 | 15:00 Uhr

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