Stand: 06.04.2020 16:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Autozulieferer Zender näht jetzt Schutzmasken

Bei Zender in Osnabrück werden mit Hochdruck medizinische Atemmasken genäht - bald sollen es bis zu 100.000 pro Tag sein.

Medizinische Atemmasken statt technischer Textilien rund ums Auto: Um den Bedarf an Schutzmasken in der Corona-Krise besser decken zu können, stellt der Osnabrücker Autozulieferer und Textilverarbeitungs-Experte Zender die Produktion um. Das Unternehmen näht nun zertifizierte Schutzmasken speziell für den medizinischen Gebrauch. Nach Angaben der Landesregierung sollen bei Zender in nächster Zeit bis zu 100.000 Masken täglich hergestellt werden - aktuell sind es noch knapp 50.000, so eine Sprecherin des Unternehmens. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Unternehmen am Montag besucht, um sich einen Eindruck von der Produktion zu verschaffen.

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Autozulieferer produziert Atemschutzmasken

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Weil er seine Produkte in der Automobilbranche derzeit nicht loswird, hat ein Zulieferer aus Osnabrück seine Produktion umgestellt: Er stellt jetzt Atemschutzmasken her. Video (01:29 min)

Weil: "Bin der Firma Zender dankbar"

"Wir lernen in diesen Tagen alle, dass es nicht selbstverständlich ist, genug Schutzmasken und weitere Schutzausrüstung zu haben", sagte Weil NDR 1 Niedersachsen. "Ich bin der Firma Zender absolut dankbar, wie schnell man es geschafft hat, hier die Produktion umzustellen." Mehrere Millionen Schutzmasken werden laut Weil allein in Niedersachsen gebraucht.

Know-how und Maschinen vorhanden

Zender hatte bereits vor einigen Wochen damit begonnen, die Produktion umzustellen - denn die Muttergesellschaft sitzt in Italien. Dort waren die Masken schon viel früher ausgegangen. Man habe halt umdenken müssen, um Masken statt Automobilteile herzustellen, sagte Geschäftsführer Norbert Borner. "Aber wir hatten das Know-How und wir hatten einen Teil der Maschinen." Und dann sei man ausgeschwärmt und habe in ganz Deutschland Material gesammelt, um die geforderte Stückzahl produzieren zu können.

Großteil der Schutzmasken soll in Niedersachsen bleiben

In den kommenden Tagen werden die ersten Krankenhäuser beliefert. Gut drei Viertel der Masken sollen in Niedersachsen bleiben. Allerdings könnte bald das Material für die Masken knapp werden, so Borner. Bereits jetzt müsse man darum kämpfen.

Bund unterstützt Unternehmen, die umsteigen

Um die Engpässe bei Schutzbekleidung zu beseitigen, hat der Bundesfinanzminister und Vizekanzler, Olaf Scholz (SPD), Beschlüsse zu medizinischer Schutzkleidung angekündigt: Er sagte am Montagmorgen in der ARD, es gehe unter anderem um eine stärkere Produktion von Masken im Inland. Unternehmen, die ab jetzt medizinische Güter herstellen, würden unterstützt, so Scholz.

Massive Konkurrenz auf dem Weltmarkt

Hintergrund: Bei Schutzkleidung und Atemmasken bestehen aktuell massive Engpässe. Sie müssen meist auf dem Weltmarkt beschafft werden. Dort herrscht derzeit große Konkurrenz. So sollen etwa die USA mehrfach anderen Staaten die georderte Schutzausrüstung vor der Nase weggekauft haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 06.04.2020 | 15:30 Uhr

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