Stand: 07.01.2020 16:47 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Attacke gegen Radfahrer: 80-Jähriger verurteilt

Ein 80-jähriger Angeklagter steht bei einem Prozess in einem Gerichtssaal in Vechta. © dpa - Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Der 80-Jährige ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Das Amtsgericht Vechta hat einen 80-jähriger Landwirt, der im Juli vergangenen Jahres mit seinem Auto einen 69-jährigen Radfahrer gerammt hatte, zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Wegen des hohen Alters des Angeklagten wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Es könne sein, dass man die Strafe schlichtweg nicht überlebt, sagte der Richter. Beide Männer kannten sich und gaben vor Gericht an, eine jahrzehntelange Feindschaft zu hegen. Woher diese rührt, blieb in dem Verfahren vage. Der 80-Jährige habe mit seinem Geländewagen den 69-Jährigen vom Fahrrad gestoßen, woraufhin dieser in den Graben gefallen sei. Daraufhin habe der Angeklagte einen hölzernen Axtstiel aus dem Auto genommen, sei ebenfalls in einen Graben gestiegen und habe damit auf sein Opfer eingeschlagen.

80-Jähriger bestreitet Vorsatz

Das Gericht verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. "Wir sind der Überzeugung, dass das ein vorsätzlich herbeigeführter Unfall war", sagte der Richter. Auch an den Schlägen gebe es keine Zweifel. Der Angeklagte stritt hingegen einen Vorsatz ab. Der 69-Jährige, ebenfalls Landwirt, sei in Schlangenlinien vor ihm hergefahren. Als er ihn überholen wollte, sei es zu dem Unfall gekommen. Dieser ereignete sich, als der 69-Jährige mit seinem Elektrofahrrad in seinen Hof abbiegen wollte. Das Opfer rief seine Söhne, die zu Hilfe eilten. Weil er Angst vor den Söhnen gehabt habe, habe er den Axtstiel in die Hand genommen, sagte der 80-Jährige vor Gericht. Zugeschlagen habe er damit nicht. Die Zeugen sahen das jedoch anders.

Angeklagter verliert Führerschein

Der 69-Jährige erlitt schwere Verletzungen an Armen und Beinen, ein Daumen war gebrochen. Zweimal musste er im Krankenhaus behandelt werden. Der 69-Jährige sagte aus, dass der Angeklagte an jenem Tag bereits zweimal zuvor sein Fahrrad angefahren habe. Als Bewährungsauflage muss der 80-Jährige seinem Opfer 3.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Außerdem muss der Landwirt, der allein auf seinem abgelegenen Hof lebt, seinen Führerschein abgeben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 07.01.2020 | 17:00 Uhr

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