Stand: 10.05.2019 12:02 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Ärger in Sögel: Bäume für Schwertransport halbiert

Die betroffenen Bäume an einer Landstraße in Sögel wurden nahezu halbiert. Laut Bürgermeister sind sie kaum noch zu retten.

Baumschnittarbeiten haben am Donnerstag zu einem Polizeieinsatz in Sögel (Landkreis Emsland) geführt. Arbeiter hatten zuvor an einer Landstraße reihenweise Bäume halbseitig runter geschnitten. Offenbar waren dies Vorarbeiten für einen für Mitte Mai geplanten Schwertransport. Allerdings: Die mit dem Baumschnitt beauftragte Firma hat offenbar keine gültige Genehmigung für die Forstarbeiten.

Polizei stoppt Forstarbeiten

Die Gemeinde alarmierte darauf die Polizei, die die Arbeiten stoppte. Etwa ein Dutzend Bäume seien zu diesem Zeitpunkt allerdings schon bearbeitet worden, sagte Sögels Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) NDR 1 Niedersachsen und kritisierte das Vorgehen. Sowohl der Zeitpunkt als auch die Art der Umsetzung seien falsch. Wigbers verwies auf das im Bundesnaturschutzgesetz geregelte Verbot für intensiven Baumschnitt zwischen dem 1. März und 30. September. Dazu kämen weitere Verstöße gegen artenschutzrechtliche Regelungen.

Wigbers: Bäume kaum noch zu retten

Darüber hinaus kritisierte Wigbers auch die erfolgten Schnittarbeiten: Mit fachgerechter Arbeit habe dies nichts zu tun. Durch die einseitig erfolgten Arbeiten sei die Statik der Bäume zerstört worden. Unzählige hochstämmige Bäume seien für einen einzigen Schwertransport so erheblich beschädigt worden, dass sie kaum zu retten seien, sagte Wigbers. Neben den Bäumen an der Landstraße 53 in Sögel seien auch ortsprägende Laubbäume in Hüven, Eisten und Lähden beschnitten worden. Insgesamt hätten mehrere Hundert Bäume auf der Liste der Arbeiter gestanden, so Wigbers.

Gesetzlicher Rahmen für Gehölzschnitt

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen ("Radikalschnitt"). Zulässig sind jedoch schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen (§ 39 Abs.5 S. 1 Nr. 2 BNatSchG). Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen das genannte Verbot verstößt, handelt ordnungswidrig (§ 69Abs. 3 Nr. 13 BNatSchG).

Samtgemeinde prüft rechtliche Schritte

Ob die Arbeiten genehmigt wurden - und von wem - ist unklar. Die Gemeinde Sögel sei an dem Genehmigungsverfahren nicht beteiligt worden, sagte Wigbers. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland und das zuständige Landesamt für Straßenbau in Lingen seien nach seinen Informationen nicht involviert worden. "Eine Genehmigung für den Schwertransport soll es vom Landkreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen oder vom Landesamt für Straßenbau in Hannover geben. Nichts Genaues weiß man bisher", sagte Wigbers. Die Samtgemeinde prüft jetzt rechtliche Schritte, um weiteren Baumschnitt zu verhindern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 10.05.2019 | 09:30 Uhr

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