Stand: 09.07.2020 06:48 Uhr

Abstand missachtet: Verfahren endet mit Vergleich

Eine Markierung auf dem Fußboden im Kassenbereich einer Ikea-Filiale weißt auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern hin. © picture alliance/APA/picturedesk.com Foto: Helmut Fohringer
Weil er sich nicht an Schutzmaßnahmen halte, war einem Mann gekündigt worden. (Themenbild)

Das Osnabrücker Arbeitsgericht hat am Mittwoch Neuland betreten. Es hatte zu entscheiden, ob die Kündigung eines Mitarbeiters rechtens war. Der Kündigungsgrund war ein Foto, das den Mann als Verweigerer der Corona-Regeln zeigen sollte. Daraufhin war dem Angestellten fristlos gekündigt worden, der Mitarbeiter klagte. Vor Gericht haben sich die Beteiligten am Mittwoch auf einen Vergleich geeinigt: Das Arbeitsverhältnis bleibt bis Ende August bestehen.

VIDEO: Corona-Verstoß: Prozess endet mit Vergleich (2 Min)

Treffen in enger Runde

Der Mann ist bei einem Betrieb in Bissendorf (Landkreis Osnabrück) mit dem Bau von Pumpen beschäftigt. Ende März soll er ein Bild von sich und fünf weiteren Männern in enger Runde in einem sozialen Netzwerk veröffentlicht haben. Die Bildunterschrift dazu: "Quarantäne bei mir" mit lachenden Smileys.

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Betrieb: Mitarbeiter nimmt Pandemie nicht ernst

Das Foto sei lediglich ein Scherz gewesen, sagte der Kläger NDR 1 Niedersachsen. Die Aufnahme stamme von Anfang März, als die Abstandsregeln noch nicht gegolten hätten. Doch der Arbeitgeber hatte nicht an einen Scherz geglaubt und ihm fristlos gekündigt. Eine weitere Zusammenarbeit sei nicht zumutbar: Der Mann nehme die Corona-Pandemie weder ernst noch sei er bereit, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten, hieß es vor dem Verfahren vom Unternehmen.


08.07.2020 15:35 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags haben wir den Kläger an einer Stelle versehentlich als Angeklagten bezeichnet. Wir haben dies korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.07.2020 | 12:00 Uhr

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