Ein Wolf steht auf einem Weg bei Sögel im Emsland. © picture alliance Foto: imageBROKER | W. Rolfes

3.500 Unterschriften: Wippinger fordern Abschuss von Wolf

Stand: 11.06.2021 14:44 Uhr

Mit 3.500 Unterschriften haben am Freitagmorgen Bürger aus Wippingen den Abschuss eines Wolfes gefordert. In dem Ort im Emsland wurde zuletzt eine Kuh gerissen.

Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Unterschriften nach eigenen Angaben in den vergangenen neun Tagen gesammelt - auch in den Nachbarorten. Am Freitag übergaben sie die Listen an Landrat Marc-André Burgdorf (CDU). Er kündigte in einer ersten Reaktion an, dass es keinen Abschuss geben werde. Der Wolf sei geschützt und es gebe hohe rechtliche Vorgaben für den Abschuss der Tiere. Die seien im Fall von Wippingen nicht erfüllt, so Burgdorf.

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Wolf soll vergrämt werden

Immer wieder werden beim örtlichen Sportplatz und in der Nähe von Spielplätzen Wölfe gesichtet. Der Kindergarten unternimmt keine Ausflüge mehr in den Wald und Landwirte lassen ihre Kühe nicht mehr draußen weiden. Erst kürzlich war in Wippingen eine 800 Kilogramm schwere Kuh gerissen worden. Vermutlich von Wölfen - darauf deutet das Rissbild hin. Das Sichten des Wolfs allein sei kein Grund für den Abschuss, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Er steht in engem Austausch mit dem Landkreis. Nach Angaben der Behörden wird darüber beraten, den Wippinger Wolf mit Gummigeschossen zu vergrämen.

Bauernorganisation plant Kundgebung am Sonnabend

Bei der Übergabe der Unterschriften forderten Bürgerinnen und Bürger in Wippingen vom Land und Bund Maßnahmen, um den Wolf in seine Schranken zu weisen. Zudem wünschen sie sich mehr Informationen über den Umgang mit dem Wolf - zum Beispiel in Schulen und Kindergärten. Für Sonnabend hat die Bauernorganisation "Land schafft Verbindung" in Wippingen zu einer Kundgebung gegen Wölfe aufgerufen. Die Landwirte erwarten 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.06.2021 | 15:00 Uhr

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