Stand: 18.07.2019 15:31 Uhr

Zu wenig Personal: Nordwestbahn ändert Fahrplan

Auf der Strecke zwischen Bremen-Nord und Verden fallen derzeit wieder verstärkt Zugverbindungen der Nordwestbahn aus. Das Unternehmen verweist auf Personalmangel bei Lokführern, Krankheitsfälle und die Urlaubszeit. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht: Am Wochenende drohen weitere Ausfälle. Drei Schichten könnten nicht besetzt werden, sagte Unternehmenssprecher Steffen Högemann zu NDR 1 Niedersachsen. Die Nordwestbahn wolle nun Verlässlichkeit schaffen, indem sie den Fahrplan reduziere. Die neuen Zeiten sollen ab 10. August gelten, sagte der Sprecher weiter.

LNVG überprüft Ausfälle

Wegen der Häufung von Zugausfällen bei der Nordwestbahn schreitet zudem die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover ein. Man beobachte die Situation mit Sorge, sagte ein Sprecher. Bei der LNVG werde überprüft, ob die Nordwestbahn die massiven Ausfälle durch vorausschauendes Handeln hätte verhindern können. Im Moment warte man auf einen Bericht des Unternehmens zu den Problemen. Sollte die LNVG dem privaten Bahnunternehmen Fehler nachweisen, könnte das teuer werden. Denn: Die Nordwestbahn bekommt von der LNVG dafür Geld, dass sie ihre Strecken zuverlässig bedient. Wenn die Nordwestbahn selbst zu verantworten hat, dass ihre Züge immer wieder ausfallen, würden die Gelder aus Hannover zusammengestrichen - und zwar in einem solchen Ausmaß, dass es richtig wehtue, sagte der LNVG-Sprecher.

Beschwerden von Bürgermeistern

Für die Nordwestbahn wäre das keine Premiere. Erst im Herbst 2018 hatte die LNVG angekündigt, wegen zahlreicher Ausfälle auf den Strecken zwischen Osnabrück, Bremen, Wilhelmshaven und Esens die Zuschüsse zu kürzen. Im September hatten mehrere Bürgermeister aus der Weser-Ems-Region die Nordwestbahn wegen anhaltender Zugausfälle in einem Brandbrief kritisiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 18.07.2019 | 14:30 Uhr