Ein Seehund liegt am Strand von Langeoog. © picture alliance Foto: Jochen Tack

Zahl der Seehunde erreicht höchsten Stand seit 45 Jahren

Stand: 11.11.2020 10:19 Uhr

In diesem Jahr gibt es so viele Seehunde in der Nordsee wie seit 1975 nicht mehr. Experten schätzen den Gesamtbestand im deutschen, dänischen und niederländischen Wattenmeer auf rund 41.700 Tiere.

Bei Rundflügen sind 28.352 Tiere gezählt worden - zwei Prozent mehr als 2019. Die Daten hat das gemeinsame Wattenmeersekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven am Montag veröffentlicht. Die Fachleute gehen davon aus, dass während der Flüge jeweils zwei Drittel der Seehunde aus der Luft zu sehen sind. So errechnen sie die wahrscheinliche Gesamtzahl.

Population wächst jedes Jahr

Zweimal im Jahr dokumentieren die Forscher die Population bei Rundflügen über das gesamte Wattenmeer: das erste Mal während der Wurfperiode im Juni und dann noch einmal während des Fellwechsels im August, wenn die Seehunde mehr Zeit an Land verbringen. Seit 2012 beobachten die Wissenschaftler einen sich stabilisierenden Trend in der Population, die den Angaben zufolge jedes Jahr um etwa 1,2 Prozent wächst.

Fast 10.000 Jungtiere gezählt

Ein Rekordhoch gab es in diesem Jahr nach Angaben des Wattenmeersekretariats auch beim Nachwuchs. Bei den Rundflügen im Juni zählten die Wissenschaftler 9.954 Jungtiere auf den Sandbänken und Stränden. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Seehund-Bestand verteilt sich in jedem Jahr unterschiedlich auf die Wattenmeerregionen. Gründe dafür könnten etwa unterschiedliche Erhebungszeiträume, Wetterbedingungen oder die Wanderung der Tiere zwischen den Regionen sein.

Zahl der Seehunde in den Wattenmeer-Regionen 2020

  • Niedersachsen und Hamburg: 7.553 Seehunde (14 Prozent weniger als 2019)
  • Schleswig-Holstein: 10.746 Seehunde (23 Prozent mehr als 2019)
  • Helgoland: 136 Seehunde (47 Prozent weniger als 2019)
  • Dänemark: 2.256 Seehunde (16 Prozent weniger als 2019)
  • Niederlande: 7.661 Seehunde (4 Prozent mehr als 2019)

 


11.11.2020 10:17 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version war die Rede von "fast 10.000 Heulern" das ist nicht korrekt. Es muss an dieser Stelle Jungtiere heißen. Wir haben das entsprechend geändert.

 

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