Stand: 01.11.2017 18:04 Uhr

Wohnblöcke 11 und 12 im Wollepark sind verriegelt

Die Wohnblöcke 11 und 12 im Delmenhorster Wollepark sind seit Mittwoch offiziell unbewohnt und verriegelt. Mit einem Rütteln an einer Eingangstür überzeugte sich Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) persönlich davon, dass die heruntergekommenen Wohnblöcke nun nicht mehr zugänglich sind. Vor der Schließung hatten Mitarbeiter der Stadt alle 80 der als unbewohnbar eingestuften Wohnungen überprüft und keinen der einst rund 350 Bewohner mehr angetroffen. Jahnz zeigte sich zufrieden: Die Stadt habe gezeigt, dass Vermieter, die Wohneigentum verwahrlosen ließen, in Delmenhorst "unerwünscht" seien.

Manche Bewohner sind spurlos verschwunden

Wegen schwerer baulicher Mängel hatte die Stadt eine Räumungsverfügung erwirkt, wonach die Häuser ab dem 1. November nicht mehr bewohnt werden dürfen. Für die betroffenen Bewohner stehen bereits seit einigen Monaten Notunterkünfte bereit. Einige hätten dieses Angebot angenommen, sagte Stadtsprecher Timo Frers zu NDR.de. Manche Bewohner seien aber auch einfach spurlos verschwunden.

Ist Sanierung möglich und sinnvoll?

Völlig offen ist immer noch die Frage, wie es nach der Räumung mit den beiden Wohnblöcken weitergeht. "Das wird die Zeit zeigen", sagte Frers. Während die Stadt die Gebäude gerne abreißen lassen würde, strebt die Eigentümergesellschaft eine Sanierung an. Diese Pläne betrachtet Frers mit großer Skepsis. "Die Stadt geht nicht davon aus, dass die Wohnungen mit einem wirtschaftlich vernünftigen Aufwand zu sanieren sind", so der Sprecher. Der Mitte September zum Hausverwalter gewählte Matthias Volkmer weist diese Einschätzung zurück. "Das sollte die Stadt bitte uns überlassen", sagte er NDR.de. "Wir gehen davon aus, dass wir das auf die Reihe bekommen." Das Ansinnen, das Objekt abzureißen, werde seiner Ansicht nach ins Leere gehen.

Offene Forderungen bleiben bestehen

Die Stadtwerke hatten in den beiden Gebäuden bereits vor Monaten Wasser und Gas abgestellt, weil die Eigentümer Rechnungen in Höhe von rund 130.000 Euro nicht bezahlt haben sollen. Hausverwalter Volkmer beklagt, dass er bisher keine detaillierte Auflistung der ausstehenden Forderungen bekommen habe. Ohne eine solche Übersicht könne er sich nicht um eine Aufarbeitung des Problems kümmern.

Quartier schon länger sozialer Brennpunkt

Der Wollepark wurde seit Ende der 1960er-Jahre als soziales Quartier mit 1.200 Wohnungen geplant und errichtet. Seit den späten 1990er-Jahren gilt er als sozialer Brennpunkt. Die Stadt will das Viertel mit Millionenaufwand sanieren und hat mehrere marode Blocks aufgekauft, die seit April abgerissen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 01.11.2017 | 16:00 Uhr

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