Stand: 25.10.2017 16:49 Uhr

Wilhelmshaven laut Studie bester LNG-Standort

Mit der "AIDAnova" hat die Papenburger Meyer Werft das weltweit erste Kreuzfahrtschiff gebaut, dass mit LNG betrieben werden soll.

Flüssiggas - das sogenannte LNG (Liquefied Natural Gas) - gilt als der Schiffsantrieb der Zukunft, weil das Gas deutlich umweltfreundlicher als Schweröl ist. Die Papenburger Meyer Werft baut mit der "AIDAnova" derzeit das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, dass mit LNG betrieben werden soll. Bei allen Vorschusslorbeeren gibt es allerdings ein großes Problem: die noch fehlende Infrastruktur. Da das Gas tiefgekühlt gelagert und geliefert werden muss, sind entsprechende Terminals notwendig. Großes Interesse daran hat Wilhelmshaven. Die Hafenwirtschaftsvereinigung hat am Mittwoch eine Studie vorgestellt, die zu dem Schluss kommt, dass die Stadt an der Jade der bestmögliche Standort für ein LNG-Terminal an der Nordsee wäre.

Mehrere Argumente für ein LNG-Terminal

Begründet wird das Ergebnis damit, dass in Wilhelmshaven Schiffe sehr gut mit Flüssiggas als Treibstoff versorgt werden könnten. Die Nähe zum JadeWeserPort sowie den Häfen in Bremerhaven, Bremen und Brake böte ausreichend Absatzpotenzial. Ein Vorteil sei zudem, dass die Ein- und Ausfuhr von Flüssiggas relativ unproblematisch über den Seeweg erfolgen könnte.

Lies von Wilhelmshaven überzeugt

Auch Niedersachsens Wirtschaftminister Olaf Lies (SPD) ist von dem Standort überzeugt. "Wilhelmshaven ist aufgrund der geografischen Lage, der nautischen Rahmenbedingungen sowie der Gasnetzanbindung der perfekte Ort für ein LNG-Terminal", sagte er mit Blick auf die Studie. Aber auch die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein möchte in Brunsbüttel ein LNG-Importterminal für Deutschland errichten und macht bei der Bundesregierung ebenfalls Werbung für ihren Standort an der Elbe.

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Potenzialanalyse zu LNG-Infrastrukturen

Hier finden Sie die komplette LNG-Analyse, deren Erstellung durch das Maritime Kompetenzzentrum in Leer koordiniert wurde. Download (6 MB)

LNG könnte Versorgungslücke schließen

Die Studie belegt grundsätzlich das wachsende Interesse an Flüssiggas als Energieträger und Treibstoff der Zukunft. Demnach droht spätestens ab 2028 eine Versorgungslücke beim Erdgas, weil in Deutschland dann weniger Gas gefördert wird und per Pipeline importiertes Gas aus Russland teuer werden könnte. Eine Lösung könnten Flüssiggas-Importe aus anderen Ländern sein, die dann per Schiff kämen.

Weitere Informationen

Wenn ich groß bin, werde ich ein Kreuzfahrtschiff

2018 soll die "AIDAnova" als weltweit erstes mit Flüssiggas betriebenes Kreuzfahrtschiff auslaufen. Die ersten Teile werden derzeit zur Meyer Werft nach Papenburg geschleppt. (26.09.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.10.2017 | 12:00 Uhr

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