Stand: 31.07.2020 16:47 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Werkverträge: Caritas kritisiert Gesetzentwurf

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Für die Arbeiter bietet der Gesetzentwurf noch zu wenig Schutz, kritisiert die Caritas. (Themenbild)

Im Gesetzentwurf der Bundesregierung zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sieht das Caritas-Sozialwerk in Lohne (Landkreis Vechta) "eklatante Mängel". Die Caritas betreibt Beratungsstellen für Arbeiter mit Werkvertrag in Lohne und Cloppenburg. Während die Initiative zur Verbesserung der Bedingungen zu begrüßen sei, lasse der Entwurf die Arbeitnehmer weiterhin schutzlos, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Mählmann am Freitag.

Werkvertragsverbot: Folgen für die Schlachtbranche

Hallo Niedersachsen -

Ab dem kommenden Jahr dürfen in großen Schlachtbetrieben keine Werksverträge mehr vergeben werden. Was bedeutet diese Entscheidung für die in Niedersachsen so starke Branche?

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Jurist: Arbeitszeiterfassung noch zu intransparent

Der am Mittwoch beschlossene Gesetzentwurf sieht vor, Werkverträge und Leiharbeit in Fleischfabriken zu verbieten. Außerdem ist eine digitale Arbeitszeiterfassung geplant, damit die Unternehmen nicht den Mindestlohn unterlaufen. Das gehe an der Problemstellung klar vorbei, kritisierte der Jurist Josef Kleier von der Caritas-Beratungsstelle Lohne: Es nütze den Arbeitnehmern nichts, wenn nur die Behörden Zugriff auf diese Daten hätten. Sie müssten auch den Arbeitern mit ihrer monatlichen Lohnabrechnung zur Verfügung gestellt werden.

Mehr Kontrollen erst ab 2026 Pflicht

Künftig sollen die Länder laut Gesetzentwurf auch stärker überprüfen, ob Regeln eingehalten werden: Ab 2026 sollen jährlich mindestens fünf Prozent aller Betriebe kontrolliert werden. Viel zu spät, kritisiert die Caritas: Ein Schwebezustand von fünf Jahren sei inakzeptabel. Als erfreulich bewerten die Berater den Ansatz, für Verbesserungen in Gemeinschaftsunterkünften zu sorgen. Die Verhältnisse bei der Unterbringung in Privatwohnungen blieben allerdings eine Grauzone.

Mählmann: Arbeitsmigranten mehr unterstützen

Arbeitsmigranten seien für die deutsche Volkswirtschaft in fast allen Branchen unverzichtbar, betonte Mählmann. Für Veränderungen im Umgang mit ihnen sei mehr nötig als nur ein Gesetz: "Bund, Länder und Kommunen sowie die Zivilgesellschaft müssen sich dieser Bevölkerungsgruppe stärker annehmen."

Weitere Informationen

Werkvertrags-Verbot: Viel Kritik aus Niedersachsen

29.07.2020 12:00 Uhr

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Kommentar: Fleischbranche braucht klare Regeln

29.07.2020 18:30 Uhr
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Ab nächstem Jahr sollen laut Gesetzentwurf des Bundeskabinetts in der deutschen Fleischindustrie keine Werkverträge mehr abgeschlossen werden dürfen. Claudia Plaß kommentiert. mehr

Land kündigt Systemwechsel in Fleischindustrie an

16.07.2020 15:00 Uhr

Neben dem Bund will auch das Land Niedersachsen Missstände in der Fleischindustrie beseitigen. Die gesamte Wertschöpfungskette Fleisch soll überprüft werden. mehr

Arbeiter-Unterkünfte: Landkreise finden kaum Mängel

09.07.2020 13:30 Uhr

Die Landkreise im Nordwesten prüfen unregelmäßig Unterkünfte von Mitarbeiter der Fleischindustrie. Dabei seien kaum Mängel festgestellt worden. Die NGG fordert intensivere Kontrollen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.07.2020 | 07:00 Uhr

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