Stand: 05.02.2019 14:22 Uhr

Werden Routen für Mega-Frachter eingeschränkt?

Fast 300 Container hat die "MSC Zoe" Anfang Januar bei einem Sturm in der Nordsee verloren. Mehr als drei Wochen nach der Havarie sind noch viele Fragen offen, wie sich am Freitag bei der Debatte im Niedersächsischen Landtag zeigte. Wie es zum Verlust der Container kommen konnte, sei bislang nicht erkennbar, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). An Spekulationen, ob eine mangelhafte Sicherung der Ladung eine Rolle spielte, wolle er sich nicht beteiligen, sagte Althusmann und verwies auf die laufenden Untersuchungen. Die Wasserschutzpolizei Bremerhaven und die niederländische Staatsanwaltschaft würden gemeinsam prüfen, ob Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz zur Havarie des Frachters geführt hätten.

Sollen große Schiffe künftig andere Routen wählen?

Konsequenzen kann sich Althusmann im Hinblick auf die Schifffahrtsrouten für Schiffe wie die "MSC Zoe" vorstellen. Denkbar sei demnach, küstennahe Routen für Frachter dieser Größe zu sperren. Ein solches Verbot gilt bislang nur für große Tankschiffe, die beispielsweise Öl geladen haben. "Nach Abschluss der Unfallanalyse werden wir uns mit dem Bund verständigen, ob eine Verschärfung der derzeitigen Regelung vorgenommen werden sollte", sagte Althusmann. Hintergrund ist die Route, die die "MSC Zoe" bei ihrer Havarie genommen hatte: Anstelle der Tiefwasser-Strecke hatte der Kapitän des Frachters eine kürzere Route - näher an den Ostfriesischen Inseln - gewählt. Bislang gilt als nicht ausgeschlossen, dass der 396 Meter lange Frachter am 2. Januar im Sturm den Meeresgrund berührte und auch deswegen zahlreiche Container verlor.

Grüne fordern bessere Container-Kennzeichnung

Die Grünen kritisierten bei der Debatte im Landtag die Untersuchungsdauer von Havarien in der Nordsee: Es dauere zu lange bis Abschlussberichte vorliegen. Meta Janssen-Kucz forderte mit Blick auf die ebenfalls über Bord gegangenen zwei Gefahrgutcontainer eine bessere Kennzeichnung der Stahlbehälter. Wie bei Lastwagen müsse schon von außen klar erkennbar sein, was in den Containern steckt, sagte Janssen-Kucz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.01.2019 | 12:00 Uhr

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