Zwei Seehunde in der Seehundstation in Norddeich. © NDR

Weniger Heuler: Corona-Zeit bringt mehr Ruhe für Seehunde

Stand: 31.03.2021 08:34 Uhr

Die Corona-Pandemie scheint in manchen Bereichen auch etwas Gutes zu haben. Heuler, also junge Seehunde, sind zuletzt weniger von ihren Müttern getrennt worden.

Wenn ein Jungtier seine Mutter verliert und gefunden wird, dann landet es allzu häufig in der Seehundstation in Norddeich. Dort sind derzeit noch viele Becken leer, weil die Heuler-Saison eigentlich erst nach Ostern beginnt. Doch Tierpfleger Tim Fetting geht davon aus, dass auch in diesem Jahr weniger Heuler aufgepäppelt werden müssen als in den Jahren vor der Pandemie. Bereits 2020 sei die Zahl der Heuler in der Seehundstation zurückgegangen.

Videos
Frühlingsblüher in einem von Sonnenlich durchfluteten Wald.
3 Min

Unsere Lieblingsorte für die ersten warmen Tage

Bei schönem Wetter die Seele baumeln lassen, das geht in vielen Ecken Niedersachsens ganz hervorragend. 3 Min

Weniger Touristen am Wattenmeer

Ein Seehund an einem Wasserbecken. © NDR Foto: Peter Becker
In der Auffangstation in Norddeich gibt es derzeit weniger junge Seehunde.

Fetting vermutet, dass die Seehunde zuletzt seltener gestört worden sind, da wegen der Corona-Pandemie weniger Touristen den Nationalpark Wattenmeer besucht haben. Dementsprechend wurden offenbar auch weniger Heuler von ihren Muttertieren getrennt.

Seehund-Population stabil

Auch das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), dass die Seehunde jedes Jahr von einem Flugzeug aus zählen lässt, stellt laut dem NDR in Niedersachsen fest: Die Seehund-Population ist derzeit sehr gesund und stabil. Fetting appelliert dennoch an alle Wattbesucher, auch künftig deutlichen Abstand zu Robben und Seehunden zu halten, um die Tiere nicht zu verschrecken.

Kegelrobbe und Seehunde seien, so Fetting, die beiden größten Raubtierarten in Deutschland. Wer die Tiere beobachten wolle, könne das in der Seehundstation tun, wenn diese wieder öffnen.

Weitere Informationen
Ein Seehund guckt aus dem Wasser hoch. © NDR Foto: Oliver Gressieker

Zahl der Seehunde erreicht höchsten Stand seit 45 Jahren

Das haben Zählflüge über das dänisch-niederländisch-deutsche Wattenmeer ergeben. Dort leben jetzt rund 41.700 Seehunde. mehr

Ein kleiner Seehund unter einer Wärmelampe. © dpa Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Norddeich: Mehr als 130 Heuler in die Freiheit entlassen

Im Vorjahr waren es etwas mehr Tiere. Woran der Rückgang liegt, kann die Seehundestation nicht abschätzen. mehr

Ein Mitarbeiter der Seehundstation Norddeich füttert mehrere Heuler. © dpa Foto: Ingo Wagner

Seehundstation bekommt Geld aus Corona-Krisenpaket

In der Corona-Krise verzeichnet die Seehundstation in Norddeich Einnahmeverluste. Um die finanzielle Notlage abzumildern, erhält der Verein erneut Geld aus dem Krisenpaket des Landes. mehr

Der Heuler "Lea" liegt in der Seehundstation Norddeich auf dem Boden. © Seehundstation Norddeich

Seehundstation: Die Kinderstube der Heuler

In der Seehundstation Norden-Norddeich werden verwaiste Tiere aufgepäppelt. Das angrenzende "Waloseum" informiert über die Welt der Wale und den Lebensraum Wattenmeer. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 30.03.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Menschen gehen durch eine Fußgängerzone und tragen einen Mund-Nase-Schutz. © dpa / picture alliance Foto: Oliver Berg

"Vergessen, wie verletzlich Menschen und Systeme sind"

Die Emderin Jutta Lindert arbeitet seit Kurzem als Corona-Beraterin für die WHO. Welche Aufgaben hat sie? Ein Gespräch. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen