Stand: 20.06.2019 10:46 Uhr

Wattenmeer feiert zehn Jahre UNESCO-Welterbe

Es ist eines der weltweit größten und wichtigsten gezeitenabhängigen Feuchtbiotope. Es hat als Rastgebiet für Zugvögel globale Bedeutung. Und an den Küsten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks bildet es die weltweit größte zusammenhängende Fläche aus Schlick- und Sandwatt. Die Rede ist vom Wattenmeer. Seit nunmehr 41 Jahren arbeiten die Anrainerstaaten zusammen, um den Erhalt dieses Ökosystems zu sichern. Vor zehn Jahren schließlich, am 26. Juni 2009, erkannte auch die UNESCO die Bedeutung an und nahm große Teile des deutschen und niederländischen Wattenmeeres in die Welterbeliste auf. 2011 wurden das Hamburgische, 2014 das dänische Wattenmeer aufgenommen.

Wattenmeer: Zehn Jahre UNESCO-Weltnaturerbe

Lebensraum Wattenmeer ist bedroht

Mit vielen Veranstaltungen in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden soll die Aufnahme gewürdigt werden. Mitarbeiter der jeweiligen Nationalparkverwaltungen etwa radeln unter dem Motto "Ein Wattenmeer. Zwei Räder. Drei Länder" die Küste entlang. Die Teams starten von zwei Punkten aus: Eine Gruppe beginnt die Sternfahrt auf der niederländischen Insel Vlieland, eine zweite an der dänischen Ho Bucht. Treffpunkt beider Teams ist am 30. Juni Wilhelmshaven. Damit soll auch an die Einzigartigkeit des Wattenmeers erinnert werden. Denn der Lebensraum ist nach Ansicht von Naturschützern durch Ausbaggerungen, Schifffahrt, Fischerei, Müll und Industrieanlagen gefährdet.

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Tourismus soll nachhaltig werden

Auch der Tourismus steht in der Kritik. Auf der einen Seite ist er einer wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Region: 30 bis 40 Millionen Tagesgäste und etwa zehn Millionen Übernachtungsgäste besuchen laut Deutscher UNESCO-Kommission jährlich die Wattenmeerküsten. Doch "millionenfache Übernachtungszahlen auf den Inseln und den Küstenorten sind eine enorme Belastung, zumal es nur wenig Ranger zur Überwachung gibt", sagt der Sprecher des Wattenrats in Ostfriesland, Manfred Knake. Auch die offiziellen Stellen der drei Länder sind sich des Problems bewusst: Gemeinsam mit der Tourismusbranche wollen die Anrainerstaaten nach Angaben des Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven Konzepte für nachhaltigen Tourismus entwickeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 18.06.2019 | 14:30 Uhr

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