Stand: 09.07.2019 08:52 Uhr

Wasserverband warnt vor Streit ums Wasser

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) warnt vor einem Streit um Wasser in Niedersachsen. Hintergrund ist das knappe Wasser in Niedersachsen aufgrund des Dürresommers 2018 und des heißen Frühsommers in diesem Jahr. OOWV-Chef Karsten Specht befürchtet, dass es künftig in Niedersachsen einen Streit um die Verteilung des Wassers zwischen Industrie, Landwirtschaft und Verbrauchern geben könnte - wenn das Wetter weiterhin so trocken bleibt. Das sagte Specht NDR 1 Niedersachsen.

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Immer trockener im Westharz

Zuvor hatten bereits die Harzwasserwerke auf die Folgen des Klimawandels für den Harz hingewiesen. In einer kürzlich vorgestellten Studie hatte der größte Trinkwasserversorger Niedersachsens mit Sitz in Hildesheim darauf hingewiesen, dass es im Westharz immer trockener werde. Die Geschwindigkeit habe zugenommen. Dürreperioden wie im vergangenen Jahr und im Frühsommer seien in bisherigen Studien erst ab dem Jahr 2070 vorausgesagt gewesen, so Kleine. Das Problem sei nicht nur die trockenen Sommer, "sondern vor allem die niederschlagsarmen Winter", sagte die Sprecherin.

Mehr Wasser für die Landwirtschaft

Mit Konflikten um die Nutzung des Wassers rechnet auch das Umweltbundesamt ((UBA). Wasserexperte Jörg Rechenberg geht davon aus, dass insbesondere die Landwirtschaft als neuer Nutzer von Wasservorräten dazukommen werde. Eine "Beregnungsbedürftigkeit" werde in diesem Bereich deutschlandweit tendenziell zunehmen. Dies sei aber "regional sehr unterschiedlich", sagte Rechenberg. Derzeit kommt die sogenannte Bewässerungslandwirtschaft bundesweit auf einen Anteil von 2,7 Prozent.

Specht: Vorrang für Trinkwasserversorgung

OOWV-Chef Specht sieht die Landwirte als Konkurrenz. "Landwirte nehmen das Wasser für die Felder teils aus dem Grundwasser", sagte er der Nachrichtenagentur dpa, was auch Auswirkungen für die Wasserversorger hat. Und es werde mehr bewässert als früher. "Aus unserer Sicht muss aber die Trinkwasserversorgung Vorrang haben", betonte Specht, der auch Vizepräsident des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) ist. Das sei aber nicht überall gewährleistet. Landvolk-Vizepräsident Holger Hennies hatte am Freitag betont, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser Vorrang habe, die Wassernutzung der Landwirtschaft zur Nahrungsmittelerzeugung aber ebenfalls eine höhere Priorität erhalten müsse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.07.2019 | 07:00 Uhr

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