Stand: 13.12.2018 17:31 Uhr

Wangerland: Defizit durch fehlende Strandgebühr?

Erst seit Juli kann die Gemeinde Wangerland für bestimmte Strandabschnitte wieder Eintritt nehmen. (Archivbild)

Nach dem Urteil zu den umstrittenen Strandgebühren befürchtete die Gemeinde Wangerland hohe Einnahmeverluste. Geld, das - so die Gemeinde - benötigt wird um die Instandhaltung der Strände zu finanzieren. Von April bis Juli 2018 mussten die Besucher nichts zahlen, weil erst die vom Gericht geforderten Auflagen erfüllt werden mussten. Die Kosten liefen aber weiter. Zahlen zu einem möglichen Defizit wird es laut Friedo Gerdes von der Wangerland-Touristik erst im ersten Quartal 2019 geben. "Vielleicht haben wir Glück und der Top-Sommer gleicht es aus", sagte Gerdes gegenüber NDR.de. Eintritt darf seit dem Urteil nur noch gefordert werden, wenn es sich bei einem Strandabschnitt um ein Strandbad handelt. Dort wurde ab Juli für Erwachsene eine Gebühr von vier Euro erhoben - ein Euro mehr als früher. "Möglicherweise werden wir das aber wieder auf drei Euro pro Person senken können", so Gerdes. Am Freitag werde die Gemeinde in einer Pressekonferenz über Einzelheiten informieren.

Wann ist ein Strand ein Strandbad?

Damit ein Strandabschnitt als Strandbad deklariert werden darf, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: "Ein Strandbad muss gewisse Auflagen erfüllen, das ist uns ins Pflichtenheft geschrieben worden vom Bundesverwaltungsgericht", sagte Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH. Es müsse Bewirtschaftung geben, hauptsächlich etwa eine Badeaufsicht, aber auch gastronomische Angebote sowie Strandkörbe und einen Spielplatz. "Es muss ein Zusammenspiel aller Angebote sein", erläuterte Kanning. Gäste haben aber auch die Möglichkeit, Naturstrände ohne Eintritt zu besuchen.

FKK-Stammgäste verärgert

Die Kommune hatte die Gebühr zunächst komplett eingestellt, nachdem 2017 das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die bisherigen Strandgebühren an strenge Auflagen geknüpft hatte. Diese sind unter anderem am ehemaligen FKK-Strand noch nicht erfüllt, so dass dieser Abschnitt jetzt zu den kostenlos nutzbaren Naturstränden gehört. Ein Ärgernis für Stammgäste, die sich den Bereich nun mit bekleideten Spaziergängern teilen müssen. "Möglicherweise werden wir den Abschnitt aber auch ausbauen und dann wieder offiziell als FKK-Strand eröffnen", so Friedo Gerdes.

Weitere Informationen

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Strandgebühren sind bereits verboten, zumindest wenn kein Kiosk oder Umkleiden vorhanden sind. Nun will ein Aktivist auch gegen die Kurbeiträge auf den Ostfriesischen Inseln vorgehen. (06.07.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 26.07.2018 | 06:30 Uhr

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