Zahlreiche Puten stehen in einem Stall. © picture alliance Foto: Carmen Jaspersen

Vogelgrippe-Ausbruch bei Cloppenburg: 17.000 Puten getötet

Stand: 22.12.2020 07:46 Uhr

In einem Geflügel-Betrieb in der Ortschaft Kellerhöhe ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises Cloppenburg. Betroffen sind 17.000 Tiere.

Das Veterinäramt des Landkreises ließ am Montag die Puten vorsorglich töten. Außerdem wurde um den betroffenen Betrieb ein Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsbezirk von zehn Kilometern eingerichtet. Geflügel darf in diesen Bereichen nicht transportiert werden, und der Gesundheitszustand der Tiere wird fortlaufend erfasst. Der Landkreis will so verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet, denn allein in dem Drei-Kilometer-Umkreis leben rund 300.000 Nutzvögel.

Landrat: "Herausforderung für Verwaltung"

Der Landkreis Cloppenburg gehört mit rund 13 Millionen Hühnern, Puten, Gänsen und Enten zu den Landkreisen mit dem bundesweit dichtesten Geflügel-Besatz. Landrat Johann Wimberg (CDU) zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt. Zwar habe der Landkreis viel Erfahrung im Umgang mit Tierseuchen, aber der Ausbruch jetzt fordere die durch Corona ohnehin belastete Verwaltung zusätzlich. Der Landkreis stimme sich in diesem größten Infektionsfall der Saison landesweit auch mit dem Land Niedersachsen ab, sagte Wimberg. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bedauere den ersten größeren Fall in diesem Jahr sehr, hieß es in einer ersten Reaktion aus dem Ministerium.

Seit November vielerorts Stallpflicht

Wegen einzelner Fälle, der auch als Geflügelpest bekannten Tierseuche, bei Wildvögeln hatte das Land Niedersachsen schon Anfang November angeordnet, in Landkreisen mit vielen Wildvögeln oder mit vielen Geflügelhaltern das Geflügel im Stall zu halten, um zu verhindern, dass die Tiere sich anstecken. Das gilt unter anderem auch für den Kreis Cloppenburg sowie die Nachbarkreise Vechta und Emsland, in denen ebenfalls überdurchschnittlich viel Geflügel gehalten wird. Die letzte große Geflügelpest-Welle gab es vor vier Jahren und betraf vor allem die Landkreise Oldenburg und Cloppenburg. Allein der Tierseuchenkasse entstand damals ein Schaden von bis zu 17 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.12.2020 | 07:00 Uhr

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