Stand: 20.11.2019 15:45 Uhr

Verbot von "Phalanx 18": Durchsuchung in Diepholz

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Die Polizei durchsuchte Wohnungen in Bremen und im Landkreis Diepholz. (Themenbild)

Im Zuge eines Verbots des rechten Vereins "Phalanx 18" hat die Bremer Polizei am Mittwoch die Wohnungen von vier Mitgliedern im Stadtgebiet und eine weitere im niedersächsischen Landkreis Diepholz durchsucht. Bei den Durchsuchungen sei es darum gegangen, das Verbot durchzusetzen, vereinsrelevante Unterlagen und gegebenenfalls verfassungsfeindliches Material sicherzustellen, wie die Bremer Innenbehörde mitteilte.

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"Phalanx 18" zeigt sich aggressiv-kämpferisch

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte den Verein bereits am 8. November verboten, wie er am Mittwoch bekannt gab. "Phalanx 18" sei der nationalsozialistischen Ideologie verhaftet und habe versucht, seine verfassungsfeindliche Ideologie mit aggressiv-kämpferischen Mitteln durchzusetzen, teilte der Sozialdemokrat mit.

Mitglieder aus Hooligan- und Rechtsrock-Szene

Vor zwei Wochen hatte die Bremer Innenbehörde "Liederabende" der Gruppierung mit Konzerten der Bands "Hermunduren" und "Zeitnah" verboten, die für den 9. November, den Jahrestag der Pogromnacht von 1938, geplant waren. Mitglieder des Vereins waren vor einigen Wochen in Bremen aufgefallen, als sie in einem Szeneviertel randalierten. Anschließend sei es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen an einer anderen beliebten Kneipen- und Restaurantmeile gekommen. Nach Erkenntnissen der Tageszeitung "taz" sollen der Gruppe etwa zehn Personen angehören, die mit der rechten Hooligan- und Rechtsrock-Szene in Bremen verbunden sind.

Der Name "Phalanx 18"

Der Name des verbotenen rechtsradikalen Vereins "Phalanx 18" setzt sich zum einen aus dem griechischen Begriff für eine "geschlossene Schlachtenreihe" und im übertragenen Sinne für eine "geschlossene Front" zusammen. Die Zahl 18 steht in rechten Szene für den ersten und achten Buchstaben des Alphabets - AH -, die Initialen von Adolf Hitler.

Werbung für "Kampf der Nibelungen"

"Phalanx 18" warb laut Bremer Innenbehörde auch für den verbotenen "Kampf der Nibelungen". Auf dieser rechtsextremistischen Kampfsportveranstaltung werde der politische Kampf mittels körperlicher Gewalt trainiert. Dabei gehe es um die gewalttätige Überwindung des politischen Systems sowie den Widerstand gegen staatliche Funktionsträger und Andersdenkende.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.11.2019 | 13:30 Uhr

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