Stand: 03.01.2018 14:43 Uhr

Vater im Schlaf erstochen - Prozess in Verden

Bild vergrößern
Der Angeklagte soll seinen Vater mit einem Messer erstochen haben.

In Verden muss sich seit Mittwoch ein 19-Jähriger vor Gericht verantworten, weil er seinen Vater im Schlaf erstochen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Einer der drei Verteidiger schlug zu Prozessbeginn vor, den Angeklagten möglichst schnell psychiatrisch untersuchen zu lassen. Das Motiv der Tat sei noch völlig unklar. "Er hat letztlich den getötet, den er auch geliebt hat. Das, was dahinter steht, muss man aufklären." Der Angeklagte sagte auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters am Landgericht, er sei bereit, mit der psychiatrischen Sachverständigen zu reden.

Mutter will nicht aussagen

Die Mutter des Angeklagten habe in Vernehmungen nach der Tat angeben, dass ihr Sohn krank sei, so die Verteidigung. Dieser Aussage müsse nachgegangen werden. Die Mutter war für den ersten Verhandlungstag als Zeugin geladen worden. Einer der Verteidiger legte dem Gericht jedoch ein Schriftstück vor, in dem die Frau und mehrere Geschwister des Angeklagten angaben, dass sie nicht aussagen werden.

Verteidigung: Keine Zweifel an Täterschaft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am Vatertag Ende Mai ins elterliche Schlafzimmer in Osterholz-Scharmbeck gegangen zu sein und seinem dort schlafenden Vater mit einem Messer in den Hals gestochen zu haben. Als der blutende Vater sich aufrichtete, soll der Angeklagte weiter auf den Mann eingestochen haben. Der 58-Jährige starb am Tatort. Die Verteidigung sagte zu Beginn des Prozesses, dass es an der Täterschaft keine Zweifel gebe. Ob sich der Angeklagte selbst zur Tat äußern wird, war zunächst unklar.

Gutachterin soll Schuldfähigkeit klären

Eine psychiatrische Sachverständige sollte nach dem Willen des Gerichts noch am Mittwoch Gespräche mit dem Angeklagten beginnen. Ihr Gutachten wird Ende Januar erwartet. Darin soll es auch um eine Einschätzung der Schuldfähigkeit gehen. Nächster Verhandlungstermin ist der 23. Januar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 03.01.2018 | 10:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:50
Hallo Niedersachsen

Rückendeckung für Bischof Heiner Wilmer

21.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:05
Hallo Niedersachsen

Brand-Experten bekämpfen Feuer mit Feuer

21.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:30
Hallo Niedersachsen

ProBeweis: Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt

21.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen