Unterrichtsstart in Risikogebieten ohne größere Probleme

Stand: 26.10.2020 20:50 Uhr

In Niedersachsen hat am Montag wieder die Schule begonnen - mit Ausnahme von Delmenhorst im Präsenzunterricht. In einigen Risikogebieten gibt es eine Maskenpflicht im Unterricht.

Das Land hatte zuvor für die Corona-Hotspots lediglich eine Empfehlung gegeben, ab der fünften Klasse eine Maske auch im Unterricht zu tragen. Die örtlichen Gesundheitsämter oder die Schulen können dies selbst beschließen oder andere Auflagen erlassen - etwa eine Rückkehr zum Wechselbetrieb, bei dem die Hälfte der Klassen wochen- oder tageweise zu Hause unterrichtet wird.

Tonne und Weil besuchen Otfried-Preußler-Schule

Laut Kultusministerium startete der Unterricht nach den Herbstferien weitgehend ohne Einschränkungen. Landesweit erhielten an drei Schulen einzelne Klassen wegen Infektionsfällen Unterricht zu Hause. Kultusminister Grant Hendrik Tonne und Ministerpräsident Stephan Weil (beide SPD) besuchten zum Unterrichtsstart am Montag die Otfried-Preußler-Schule in Hannover. Die Grundschule wurde im September zum Hauptpreisträger beim Deutschen Schulpreis gekürt - insbesondere für ihr inklusives, innovatives Schulkonzept.

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Schüler und Lehrer mit Mund-Nasen-Schutz im Unterricht. © dpa-Bildfunk Foto: Karl-Josef Hildenbrand

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Kultusminister verspricht weniger Druck

In einem Brief an alle niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, der am Wochenende verteilt wurde, schrieb Minister Tonne, er habe die Lehrkräfte gebeten, derzeit nicht zu viel Druck zu machen. "Ich habe von einigen von euch gehört, dass momentan besonders viele Klassenarbeiten und Tests in den Schulen geschrieben werden. Das sollte nicht so sein", schrieb der Minister. Auch wenn einzelne Klassen, Jahrgänge oder auch ganze Schulen wieder für eine bestimmte Zeit nicht mehr in der Schule seien, könnten Leistungen bewertet werden, betonte Tonne. "Es besteht also kein Grund zu der Sorge, dass Gelerntes nicht mehr abgetestet werden kann, sobald kein Präsenzunterricht stattfindet."

Landeselternrat kritisiert Tonne

Eine erneute komplette Schließung der Schulen will das Land möglichst verhindern. Stattdessen sollen nun alle 20 Minuten die Fenster im Unterricht geöffnet werden. "Die Temperatur im Raum sinkt dadurch nur um etwa zwei bis drei Grad, da wird niemand zu sehr frieren, aber auch nicht im dicken Mantel in der Klasse sitzen müssen", schrieb der Minister. An diesen Plänen hatte es zuvor Kritik gegeben. Der Landeselternrat in Niedersachsen hatte zuletzt betont, dass das regelmäßige Lüften der Klassenräume und warme Kleidung nicht die Antwort auf die steigenden Infektionszahlen sein könne.

Landkreis will Schulen offenhalten

Der Landkreis Cloppenburg wies am Montag einen Inzidenzwert von 221,5 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf. Trotz der hohen Fallzahlen soll der Betrieb von Schulen und Kitas so lange wie möglich voll aufrechterhalten werden, sagte ein Kreissprecher am Freitag. Hintergrund sei, dass man Kindern und Eltern nicht wieder das Lernen im Homeoffice aufbürden wolle. Wenn es Corona- oder Verdachtsfälle gebe, würden Schüler klassenweise nach Hause geschickt oder bei Bedarf auch eine ganze Schule geschlossen, sagte der Sprecher. Neu ist die Maskenpflicht im Unterricht. Ausgenommen davon sind lediglich Grund- und Förderschüler.

Wechselbetrieb an Schulen in Delmenhorst

Im Corona-Hotspot Delmenhorst läuft der Schulbetrieb nach dem Szenario B - die Klassen sind halbiert. Jeweils im Wechsel darf die eine Hälfte in die Schule kommen, während die andere zu Hause lernt. Pro Klasse dürfen maximal 16 Kinder in der Schule sein. Zusätzlich haben die Schulen eine Notbetreuung eingerichtet. Eine Komplettschließung der Schulen habe man verhindern wollen, sagte der Leiter des Delmenhorster Krisenstabs. Denn damit hätte man die Eltern "vor eine unlösbare Aufgabe gestellt", wenn sie ihre Kinder spontan in Eigenregie hätten betreuen müssen. Mit dem Wechselbetrieb sei die Verlässlichkeit der Schule zumindest grundlegend gewährleistet.

Grafschaft Bentheim verbietet Sportunterricht

In der Grafschaft Bentheim betrachtet man das Geschehen in den Niederlanden mit Sorge, wie ein Sprecher des Landkreises NDR.de sagte. Das Nachbarland ist sehr stark von der zweiten Welle der Pandemie betroffen. In der Grafschaft wolle man das Geschehen im Griff behalten und an den Stellschrauben drehen, die dem Landkreis zur Verfügung stehen. So kommen die Schüler zwar wie gewohnt zum Präsenzunterricht in die Schule, müssen aber ab der fünften Klasse auch im Unterricht eine Maske tragen. Zudem verbietet der Landkreis den Sportunterricht für alle Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse. Nur für Schüler, die Sport als Abitur-Prüfungsfach haben, läuft der Sportunterricht weiter. Der Landkreis hoffe, durch die Maßnahmen den Inzidenzwert drücken zu können, sagte der Sprecher. Ob das gelinge, werde sich in zehn bis 14 Tagen zeigen.

Stadt und Landkreis Osnabrück empfehlen Maske

Mit einer Maskenpflicht im Unterricht für alle Schüler ab der fünften Klasse will auch der Landkreis Emsland das Infektionsgeschehen eindämmen. Ausgenommen von der Regelung ist der Sportunterricht. Stadt und Landkreis Osnabrück sprechen lediglich eine Empfehlung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht aus. Ebenso handhabt es der Landkreis Hildesheim. In den Landkreisen Diepholz und Verden, die ebenfalls über der kritischen 50er-Grenze liegen, gibt es weder eine Pflicht noch eine Empfehlung zum Tragen einer Maske im Unterricht.

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Ein Schüler öffnet ein Fenster © picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

So setzt Niedersachsen den Unterricht nach Herbstferien fort

Was im Unterricht und in der Schule zu beachten ist, hat das Kultusministerium hier zusammengefasst. extern

Landkreis Northeim eigenen Angaben zufolge unter Grenzwert

Nach den Daten des Landesgesundheitsamtes lag der Landkreis Northeim am Montag deutlich unter dem kritischen Grenzwert. Deshalb gehe es in den Schulen im eingeschränkten Regelbetrieb weiter - ohne Empfehlung zum Masketragen. Auch der Landkreis Osterholz macht keine Vorgaben zum Tragen einer Maske im Unterricht, geht jedoch nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass sich alle Schulen im Kreisgebiet an den Empfehlungen des Kultusministeriums orientieren, das ab einer Inzidenz von 50 das Tragen einer Maske im Unterricht empfiehlt. Die Entscheidung obliege aber jeder Schule selbst. Ebenso handhabt es der Landkreis Schaumburg. Der Landkreis Vechta hat verfügt, dass ab einer Inzidenz von 100 das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Schulunterricht der weiterführenden Schulen ab der fünften Klasse verpflichtend ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.10.2020 | 15:00 Uhr

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