Das Forschungsschiff "Polarstern" ist auf dem Wasser zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Trotz Corona: Antarktis-Expedition der Polarstern startet

Stand: 28.01.2021 14:30 Uhr

Trotz Corona-Pandemie startet das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut seine Expedition mit dem Forschungseisbrecher "Polarstern" in der Antarktis.

Nach einer zweiwöchigen Quarantäne sowie mehreren negativen Corona-Tests fliegt das Team aus internationalen Wissenschaftlern am Sonntag per Chartermaschine der Lufthansa nach Port Stanley auf den Falkland-Inseln, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Von dort geht es dann an Bord der "Polarstern" weiter zu einer zweimonatigen Forschungsexpedition ins Weddellmeer.

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"Prozesse beeinflussen Meeresspiegelanstieg"

Die etwa 50 Forscherinnen und Forscher wollen dort die Wechselwirkungen und Veränderungen des Systems Ozean im Klimawandel entschlüsseln und deren Folgen besser vorhersagen. "Diese Prozesse beeinflussen sowohl den Meeresspiegelanstieg als auch den globalen Kohlenstoffkreislauf", sagte Expeditionsleiter Hartmut Hellmer. Dabei gehe es um die Fähigkeit der Ozeane, Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und zu speichern.

Neue Batterien und zurück in die Tiefe

Seit der jüngsten "Polarstern"-Expedition in dieses Gebiet 2018 zeichnen am Meeresboden verankerte Messgeräte Temperatur, Salzgehalt, Strömungsrichtung und -stärke des Ozeanwassers in verschiedenen Tiefen auf. Um an diese Daten zu gelangen, müssen die Geräte jetzt aufgenommen werden. Mit neuen Batterien und Speichermedien bestückt werden sie dann erneut versenkt, um die Messungen fortzusetzen.

Robben sollen messen helfen

Bei der Forschung helfen in nächster Zeit auch Weddellrobben: Sie werden mit Sensoren ausgestattet, die Salzgehalt, Temperatur und Tiefe messen. Biologinnen und Biologen kleben sie den Tieren auf den Kopf, beim nächsten der jährlichen Fellwechsel legen die Robben die Sender wieder ab. Die Sender übermitteln die unter Wasser gesammelten Daten per Satellit an die Heimatinstitute immer dann, wenn die Tiere auftauchen.

Ende April wird die "Polarstern" in Bremerhaven zurück erwartet.

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Das Forschungsschiff "Polarstern" ist in einem Hafen zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 28.01.2021 | 15:00 Uhr

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