Stand: 23.04.2019 17:45 Uhr

Tödlicher Unfall: Polizisten freigesprochen

Im Prozess gegen zwei Polizisten vor dem Oldenburger Landgericht sind die beiden Angeklagten heute freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Polizisten fahrlässige Tötung vorgeworfen. Laut Anklage hatten sie im November 2017 einen 23-jährigen Mann auf einem Oldenburger Supermarktparkplatz abgesetzt und allein gelassen, obwohl er betrunken war. Später wurde er überfahren.

Staatsanwaltschaft fordert Geldstrafen

Der 23-Jährige hatte auf einer Polizeiwache in Oldenburg randaliert, woraufhin ihn Beamte in Gewahrsam genommen hatten. Laut Gericht wollten sie den Betrunkenen dann zunächst nach Hause bringen. Schließlich setzten sie ihn aber auf dem Parkplatz ab und fuhren weiter, weil sie zu einem Einsatz gerufen worden waren.

Gutachten: Mann keinesfalls orientierungs- oder hilflos

Für das Gericht galt es nun zu klären, ob die heute 24 und 25 Jahre alten Polizisten eine Mitschuld an dem Unfall hatten. Ausschlaggebend für das Urteil war am Ende ein Gutachten eines Sachverständigen. Laut diesem wurden bei dem 23-Jährigen Unfallopfer 1,3 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen. Damit sei der Mann keinesfalls orientierungs- oder hilflos unterwegs gewesen. Dafür spricht nach Angaben des Experten auch, dass der Mann mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund sechs Kilometern pro Stunde gelaufen ist, was trotz Alkohol als schnell zu werten sei.

Andere Polizeistreife hält Mann nach mehreren Beinahe-Unfällen an

Zwar hätten mehrere Zeugen den Mann als betrunken bezeichnet, niemand hatte aber bemerkt, dass er lallte oder schwankte. Außerdem habe er sich verständigen können. Darüber hinaus hatte eine andere Polizeistreife den Mann nach mehreren Beinahe-Unfällen angehalten und ihn aufgefordert, den Fußweg zu benutzen. Das spätere Unfallopfer wollte dies aber nicht und entwischte den Beamten schließlich.

Während die Staatsanwaltschaft Geldstrafen forderte, plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Der Vertreter der Nebenklage will gegen das Urteil Revision einlegen.

Weitere Informationen

Fahrlässige Tötung? Ermittlungen gegen Polizei

Im Fall eines überfahrenen Iraners im Landkreis Ammerland richten sich die Ermittlungen gegen zwei Polizisten. Die Vorwürfe lauten Aussetzung und fahrlässige Tötung. (24.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.04.2019 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:30
Hallo Niedersachsen
04:24
Hallo Niedersachsen
04:02
Hallo Niedersachsen