Stand: 23.08.2019 12:36 Uhr

Tödliche Spritze: Ärztin zu Geldstrafe verurteilt

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Die Richter am Landgericht Verden haben eine Ärztin zu einer Geldstrafe verurteilt.

90 Tagessätze à 85 Euro - eine Geldstrafe von 7.650 Euro - muss eine 37-jährige Assistenzärztin aus Verden zahlen. Das hat das Landgericht Verden am Freitag entschieden. Die Angeklagte hatte im Prozess eingeräumt, einer schwer zuckerkranken Patientin Kalium direkt gespritzt zu haben anstatt es verdünnt per Infusion zu verabreichen. Die Staatsanwaltschaft hatte anderthalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger für eine Verwarnung mit Strafvorbehalt plädiert.

Gericht berücksichtigt Reue der Ärztin

Die 37-Jährige gilt mit dem Urteilsspruch als nicht vorbestraft - 90 Tage seien genau die Grenze dafür, sagte ein Gerichtssprecher zu NDR.de. Beim Strafmaß habe der Richter berücksichtigt, dass die Ärztin nicht vorbestraft war, Reue gezeigt und niemand anderem Schuld zugeschoben habe. Außerdem müsse sie die psychischen Folgen ihrer Tat bis an ihr Lebensende tragen. Die Frau ist weiterhin als Ärztin tätig, ihr Vertrag sei kürzlich verlängert worden.

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Nachrichten aus dem Studio Osnabrück

20.09.2019 17:00 Uhr
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Fehler der Medizinerin bleibt unerklärlich

Ein Sachverständiger hatte ausgesagt, dass die Spritze letztlich für den Tod der 45-jährigen Patientin verantwortlich gewesen sei. Es sei ein Vorgang gewesen, der einer Ärztin nicht unterlaufen dürfe. Der Sachverständige sprach von einem "nicht wieder gutzumachenden Fehler". Erklären konnte die Assistenzärztin das tragische Geschehen an ihrem ersten Arbeitstag auf der Intensivstation der Verdener Klinik nicht.

Weitere Informationen

Fahrlässige Tötung? Ärztin bedauert Fehler

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Verden hat eine angeklagte Ärztin ihr Bedauern ausgedrückt. Sie soll einer Patientin Kalium gespritzt haben. Die Frau verstarb später. (13.08.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 23.08.2019 | 10:30 Uhr

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