Stand: 29.11.2019 20:45 Uhr

Tidesteuerung über Emssperrwerk: Tests im Sommer

Acht Wochen soll die Testphase im kommenden Sommer dauern. Dann wird sich zeigen, ob das Emssperrwerk die Verschlickung der Ems stoppen kann. (Archivbild)

Um eine weitere Verschlickung der Ems zu verhindern, setzen die Behörden auf das Emssperrwerk bei Gandersum (Landkreis Leer). Im Sommer kommenden Jahres soll acht Wochen lang gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Bundeswasserstraßenverwaltung eine flexible Tidesteuerung erprobt werden. Das teilte die Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050 am Freitag in Oldenburg mit.

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Zwei Varianten sollen getestet werden

Für eine flexible Tidesteuerung müsste das Sperrwerk umfunktioniert werden. Dann wären den Angaben zufolge zwei Varianten möglich. Bei der Tideniedrigwasseranhebung werden die Tore des Sperrwerks zwei Stunden vor Niedrigwasser geschlossen und eineinhalb Stunden später geöffnet. Damit soll der Flutstrom an Kraft verlieren und weniger Sedimente transportieren. Bei der zweiten Variante, der Flutstrombremse, werden die Tore bei Einsetzen der Flut teilweise geschlossen. Für eine dauerhafte Anwendung müsste aber die Sohle des Sperrwerks stärker gesichert werden. Deshalb werde diese Variante beim Test nur kurz erprobt, hieß es. In früheren Mitteilungen war von Kosten bis zu 40 Millionen Euro die Rede, um die Sohle zu verstärken.

Ausbaggerungen führen zu Verschlickung

In der Ems gibt es nach zahlreichen Ausbaggerungen für Überführungen von Kreuzfahrtschiffen zu viel Schlick, Salz und Stickstoff und zu wenig Sauerstoff. Im Frühjahr 2015 hatten sich Bund, das Land Niedersachsen, die Landkreise Emsland und Leer, die Stadt Emden sowie drei Umweltverbände und die Papenburger Meyer Werft für das Masterplan-Projekt zusammengeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 02.12.2019 | 06:30 Uhr

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