Student aus Emstek bringt 2.400 Bälle nach Tansania

Stand: 20.12.2020 16:58 Uhr

Ein Sportstudent aus Emstek im Landkreis Cloppenburg sammelte im Sommer gebrauchte Bälle für Sportler in Tansania. Jetzt werden sie in dem ostafrikanischen Land verteilt.

von David Römhild

Darauf hat Tim Jost ein Jahr lang hingearbeitet: Der Sportstudent übergibt in diesen Tagen gebrauchte Bälle aus Cloppenburg an Sportler in der Stadt Mwanza am Viktoriasee in Tansania. Die Resonanz auf seine Aktion sei durchweg positiv, sagte der 27-Jährige. Die Situation der Sportler in dem Land sei nicht immer einfach, früher hätten sie mit ein bis zwei Bällen trainiert, durch die Spenden seien es nun fünf bis zehn pro Mannschaft, so Jost. "Die Trainer freuen sich riesig, auch wenn es für sie ungewohnt ist, jetzt ein Training mit mehreren Bällen durchzuführen."

Fast 90 Prozent Jugendarbeitslosigkeit im Land

Der Sportstudent war selbst mal Fußball-Trainer in Tansania. Vor vier Jahren coachte er dort eine Saison lang einen Erstligisten. Jost lernte dabei Land und Leute kennen und merkte, dass Sport den Spielern dort vor allem Halt und Struktur bietet - was bei fast 90 Prozent Jugendarbeitslosigkeit im Land wichtig ist. Daran knüpft auch die Hilfsorganisation "Sports Charity Mwanza" an, mit der Jost zusammenarbeitet. Rund 60 Studierende und junge Berufstätige wollen in Tansania Volley-, Netz-, Basket- und Fußball fördern, indem sie Vereinsstrukturen aufbauen und mehr Spielflächen schaffen. Das Ziel: Entwicklungshilfe durch Sportangebote, für das sich auch der Emsteker begeistert.

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Ein Mann sitzt inmitten von bunten Sportbällen.
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Sportstudent sammelt Bälle für Tansania

Unterstützt von Studierenden und Berufstätigen will die "Sports Charity Mwanza" die Mannschaftssportarten in Tansania stärken: Fußball, Volleyball, Basketball und Netzball. Helfer ist auch Tim Jost. 4 Min

Überrascht von hoher Spendenbereitschaft

Zu Hause im Landkreis Cloppenburg ging Jost dafür im Sommer Klinken putzen und klapperte die Sportvereine ab. Manche waren einfach nur froh, ihre alten Bälle loszuwerden. Viele zeigten aber ehrliches Interesse an der Idee des 27-Jährigen. Überrascht hat den Sportstudenten dabei die hohe Spendenbereitschaft. Mehr als 2.400 gebrauchte Bälle kamen so zusammen. Freunde und Familie packten mit an, um sie versandfertig zu machen. Im Container ging die Ladung Mitte Juli über Hamburg nach Tansania, Anfang September kamen die Bälle in Afrika an.

Jost verteilt Bälle vor Ort

Tim Jost reiste hinterher, um die Bälle vor Ort an die Sportler zu verteilen. Keine einfache Aufgabe, wie er nach zwei Monaten im Land feststellte. Es sei gar nicht so einfach, herauszufinden, welche Vereine aktiv und bedürftig seien, einige bestünden nur auf dem Papier. "Die trainieren überhaupt nicht. Und wenn die hören, dass es Bälle gibt, dann sind die natürlich für eine Woche direkt auf dem Platz, um die Bälle abzustauben." Trotz der Herausforderungen vor Ort sieht Tim Jost sein Projekt als vollen Erfolg. Die Freude der Spieler über die Bälle aus Niedersachsen überwiege. Und das belohnt den Sportstudenten immer wieder für seine Arbeit.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 19.12.2020 | 19:30 Uhr

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