Stand: 06.11.2017 20:15 Uhr

Streit um Mega-Schlachthof in Molbergen

In Molbergen (Landkreis Cloppenburg) soll ein neuer Großschlachthof entstehen. Bis zu 25.000 Schweine könnte das italienische Unternehmen Bresaole Pini hier schlachten - täglich. Zuvor hatten die Italiener auch in Rotenburg (Wümme) vorgefühlt, doch hier gab es nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen eine Absage. Der Rat um den Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ist gegen einen Mega-Schlachthof.

CDU will weiterverhandeln

Auch im Landkreis Cloppenburg stoßen die Pläne nicht überall auf Begeisterung. Im Gegenteil: Landrat Johann Wimberg (CDU) und auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) haben sich gegen das Projekt ausgesprochen. In der Gemeinde Molbergen selbst will man sich dagegen nicht von weiteren Gesprächen mit dem Konzern aus Italien abbringen lassen. Bürgermeister Ludger Möller (CDU) solle weiterverhandeln, fordert zumindest die CDU-Fraktion im Rat. Viele Hundert Arbeitsplätze könnten entstehen.

"Keinen neuen Schauplatz von Sklaverei"

Viele Landwirte stehen dem Neubau positiv gegenüber. Sie erhoffen sich kürzere Wege für ihre Schweine und höhere Preise durch mehr Konkurrenz auf dem Markt. Die Gegner der Ansiedlung verweisen dagegen auf die Wasserverschmutzung, die Geruchsbelästigung sowie die Zunahme des Lastverkehrs im Ort. Auch Peter Kossen, der katholische Prälat, hat sich zu Wort gemeldet. Man brauche keinen neuen Schauplatz moderner Sklaverei, sagte der Geistliche im Hinblick auf die Werkverträge, mit denen viele der osteuropäischen Arbeiter ausgestattet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 06.11.2017 | 17:00 Uhr

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