Stand: 22.02.2019 11:34 Uhr

Schusswaffen gehören überfordertem Büchsenmacher

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Die Polizei fand bei der Hausdurchsuchung in Ritterhude kistenweise Pistolen und Gewehre.

Der Mann, auf dessen Grundstück in Ritterhude (Landkreis Osterholz) die Polizei am Donnerstag ein riesiges Waffenarsenal fand, ist weder Terrorist, noch Waffenhändler oder Soldat, sondern ein Büchsenmacher. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Kiel.

Zu viele Reparaturaufträge

Polizeibeamte hatten bei dem 44-Jährigen rund 1.000 Pistolen und Gewehre mit mehreren 10.000 Schuss Munition entdeckt. Die bedrohlich klingende Szenerie hat, wie sich jetzt herausstellte, aber keinen extremistischer Hintergrund. Hinter ihr steht vielmehr ein Mann, der hauptberuflich Waffen repariert und sich nicht mehr in der Lage sah, seinen zahlreichen Kundenaufträgen nachzukommen.

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Kunden befürchteten Unterschlagung

Der Büchsenmacher, der aus Schönkirchen (Landkreis Plön) stammt, sei erst vor kurzem aus Schleswig-Holstein mit den Waffen nach Ritterhude gezogen und habe sein Gewerbe dort nicht angemeldet, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel. Weil seinen Kunden die Reparatur der Pistolen und Gewehre zu lange dauerte und sie die Unterschlagung ihres Eigentums befürchteten, zeigten sie den Mann an. Wegen Unterschlagung muss er sich aber wohl nicht verantworten. "Er war mit der Vielzahl der Reparaturaufträge sichtlich überfordert", sagte ein Oberstaatsanwalt. Die Waffen werden nun in den kommenden Wochen einzeln überprüft, um sie ihren Besitzern zuordnen zu können.

Weitere Informationen

Tausend Schusswaffen bei Durchsuchung entdeckt

Bei der Durchsuchung einer Hofanlage in Ritterhude hat die Polizei etwa 1.000 Schusswaffen sowie mehrere 10.000 Schuss Munition gefunden. Gegen einen 44-Jährigen wird ermittelt. (21.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.02.2019 | 13:30 Uhr

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