Stand: 07.09.2017 21:30 Uhr

Schuss auf Tierarzt: Siebeneinhalb Jahre Haft

Wegen versuchten Mordes, schwerer Körperverletzung und unerlaubten Besitzes von Munition muss ein Landwirt aus Osterbruch-Norderende (Landkreis Cuxhaven) für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. Der 56-Jährige hatte im Februar auf einen Veterinäramtsleiter geschossen, der mit Hilfe von zwei Polizisten Schafe, Pferde und Rinder des Landwirts abholen wollte. Das Landgericht Stade verurteilte den Landwirt am Mittwoch zudem zur Zahlung von 35.000 Euro Schmerzensgeld, wie eine Sprecherin sagte. Der Tierarzt wurde durch den Bauchschuss aus einer 9-Millimeter-Pistole lebensgefährlich verletzt. Ihm mussten eine Niere und ein Teil des Darms entfernt werden. Die Kugel hatte auch die Leber durchschlagen. Im Krankenhaus versetzten die Ärzte ihn in ein künstliches Koma.

Nicht artgerechte Haltung - Landwirt musste Tiere abgeben

Hintergrund der Amtshandlung war ein angeordnetes Tierhalteverbot, weil der Landwirt seine Tiere nicht artgerecht gehalten haben soll. Als er sie am Ende eines jahrelangen Streits abgeben sollte, schoss er nach Gerichtsangaben ohne Vorwarnung auf den Veterinär. Der 65-jährige Tierarzt hatte Anfang August vor Gericht ausgesagt, dass er von dem Verhalten des Angeklagten überrascht worden sei, da dieser während des Streits um die Art der Tierhaltung nie aggressiv, ausfallend oder beleidigend gewesen sei. Auch direkt nach der Tat sei der 56-Jährige auffallend ruhig gewesen, hatte ein begleitender Verwaltungsmitarbeiter als Zeuge im Prozess ausgesagt.

Nach der Tat habe der Landwirt den Aufforderungen der Polizisten Folge geleistet. In Handschellen gelegt und auf dem Boden fixiert, habe er noch gefordert, die Stalltür zu schließen, damit den Lämmern nicht zu kalt werde. "Es war schon erstaunlich, wie ruhig der war", sagte der Zeuge.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.09.2017 | 07:00 Uhr

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