Stand: 10.06.2020 14:19 Uhr

Sanderbusch: Drei Viertel der Krähen vertrieben

Saatkrähe auf einem Ast. © NDR Foto: Klaus Knop aus Greifswald
Die Krähen von Sanderbusch sind zum Großteil verschwunden - aber wohin? (Archivbild)

Ein Plastikfuchs macht Geräusche - und vertreibt so die Krähen: Nach dem Pilotversuch zur Vergrämung der Saatkrähen auf dem Gelände des Nordwest-Krankenhauses in Sanderbusch (Landkreis Friesland) sind fast drei Viertel der Vogelpaare verschwunden. Helmut Pieper, Mitglied der Umweltschutz-Agentur in Norden, war im Frühjahr mit dieser neuen Idee an die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis herangetreten, um die lästigen aber geschützten Vögel zu vertreiben. Neben dem Fuchs wurden auch Uhu-, Marder- und Waschbär-Attrappen aufgestellt. Die Plastiknachbildungen von den Fressfeinden der Saatkrähe geben akustische Signale ab - so sollen sich die Krähen in ständiger Gefahr fühlen.

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Nester wurden umgesetzt

Es erfolgten mehrere Vergrämungsmaßnahmen bis zur ersten Eiablage Ende März: Die Nester der Krähen wurden an den Sander See in die Nähe einer bereits aktiven Saatkrähenpopulation umgesetzt. Anschließend kamen die Tierattrappen zum Einsatz. Durch die Kombination der Attrappen habe bereits zu Beginn der Vergrämung und noch vor Umsetzung der Nester ein Rückgang der Population beobachtet werden können, heißt es.

Krähen sollen an den Sander See umziehen

Das Problem mit den Vögeln sind vor allem ihre Lautstärke und ihr Kot. Nordwest-Krankenhaus, Pflegeheim Sanderbusch, Rettungsdienst - sie alle fordern seit vielen Jahren eine Lösung des Problems. Und seit Jahren versucht der Landkreis, die streng geschützten Saatkrähen zu vertreiben, indem im Frühjahr Nester aus den Bäumen entfernt und Krähenklatschen angebracht wurden. Am Sander See, wo bereits Saatkrähen-Kolonien entstanden sind, sind seit 2014 Locksimulatoren für die Saatkrähen installiert - der Erfolg war allerdings eher mäßig, heißt es.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.06.2020 | 17:00 Uhr

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