Stand: 21.01.2020 20:04 Uhr

Rückzug von Thyssenkrupp: Runder Tisch ergebnislos

Ein runder Tisch zur Zukunft der 229 Arbeitsplätze im Aeropark Varel-Friesland ist am Dienstagabend ergebnislos zu Ende gegangen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Thyssenkrupp Aerospace will sich dort in einem Jahr, Ende März 2021, aus der Produktion und aus dem Dienstleistungszentrum für den Flugzeugbau zurückziehen. Nichts habe sich bei diesem Gespräch für den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort bewegt, sagte Landrat Sven Ambrosy (SPD) im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Er habe sich mehr Informationen gewünscht, sagte Ambrosy. Dass das Schicksal der 229 Mitarbeiter noch ungeklärt sei, sei höchst unbefriedigend.

Fast 230 Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze

Auf Einladung der Gewerkschaft IG Metall hatten sich Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie die Betriebsratsvorsitzenden mit Firmenvertretern getroffen. Unter anderem hatten die Gewerkschaft und der Landkreis Friesland eine sichere Perspektive für die Beschäftigten gefordert. In der vergangenen Woche hatte Thyssenkrupp Aerospace seine Belegschaft darüber informiert, dass die Kooperation mit dem Airbus-Zulieferer Premium Aerotec im März 2021 endet. Thyssenkrupp Aerospace will dann Halle, Material und Vermögenswerte an das Zulieferer-Unternehmen übergeben und ist mit Premium Aerotec in Verhandlungen. Der Airbus-Zulieferer hat allerdings kein Interesse an einer Übernahme der 229 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Weitere Gespräche für März geplant

Über diese Aussage sind Politiker, Gewerkschaft und Betriebsrat sehr enttäuscht - zumal der Landkreis Friesland, der Bund, das Land und die EU vor zehn Jahren 19 Millionen Euro Fördergeld investiert hatten, um den Flugzeugbauer-Standort langfristig zu sichern. Lediglich die Gebäude im Aeropark Varel-Friesland will Premium Aerotec weiter nutzen. Im März soll es laut IG-Metall weitere Gespräche mit Premium Aerotec und Thyssenkrupp geben, sagte die IG-Metall Bevollmächtigte Martina Bruse.

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Das eingenähte Logo des Industriekonzerns Thyssenkrupp auf der Jacke eines Mitarbeiters. © dpa picture alliance Foto: Rolf Vennenbernd

Varel: 229 Jobs bei Thyssenkrupp gefährdet

Airbus stellt den Bau des A380 ein - mit Folgen für den Wirtschaftsstandort Varel. Das gefährdet 229 Jobs, weil Thyssenkrupp 2021 aus dem "Aeropark Varel-Friesland" aussteigt. (16.01.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.01.2020 | 08:30 Uhr

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