Stand: 18.12.2019 15:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Rechte "Feindesliste": Über 300 Namen im Norden

Auf sogenannten Feindeslisten haben Rechtsextreme die Namen Zehntausender Menschen aus Deutschland notiert und im Internet veröffentlicht. Seit zwei Jahren kursiert eine "Antifa-Liste" im Netz, auf der allein 25.000 Personen genannt sind. Rund 2.000 von ihnen leben in Niedersachsen, darunter 333 im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg. Der dortige Staatsschutz hat die Betroffenen - aus den Landkreisen und kreisfreien Städten von Cuxhaven bis Diepholz und von Cloppenburg bis Verden - nun per Brief informiert, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Durch Online-Kauf auf rechter "Feindesliste"

Hallo Niedersachsen -

Mehr als 2.000 Niedersachsen stehen auf sogenannten Feindeslisten der rechten Szene. Bei Meike Dikosso reichte eine Online-Bestellung. Die Polizei hat viele Betroffene informiert.

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Polizei sieht keine konkrete Gefahr für Betroffene

Derzeit gebe es keine Anhaltspunkte, dass die Betroffenen konkret gefährdet seien, heißt es vonseiten der Polizei. Die Behörde spricht zudem ausdrücklich nicht von Todes- oder Feindeslisten. Den Verfassern gehe es allein darum, Menschen einzuschüchtern. Trotzdem wolle die Oldenburger Polizei die Betroffenen informieren, ihnen die Lage erklären sowie ein Gespräch anbieten, sagte Dezernatsleiter Hendrik Vieth dem NDR. Die meisten hätten das Angebot angenommen. Auf den Listen stehen demnach nicht nur Prominente. Unter ihnen sei zum Beispiel ein Oldenburger Richter, dem ein zu mildes Urteil gegen einen Angeklagten mit Migrationshintergrund vorgeworfen wird.

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Feindeslisten: Betroffene fühlen sich allein

Seit Jahren kursieren Feindeslisten in rechtsextremen Kreisen. FAKT-Recherchen zeigen: Ob Betroffene informiert werden, hängt von der zuständigen Behörde ab. Mehr auf tagesschau.de. (23.07.2019) extern

Adressen durch Datenklau bei Versand beschafft

Viele der Adressen auf der Liste stammen offenbar aus den gestohlen Kundendaten eines Versandhandels, der unter anderem Schuhe und Anti-AfD-Aufnäher vertreibt. Gerade die Tatsache, dass es jeden treffen könne, verunsichere die Betroffenen, sagte Staatsschützer Vieth. Die Listen stammen fast ausschließlich aus dem rechten Milieu und würden immer wieder ergänzt und verbreitet.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.12.2019 | 12:00 Uhr

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