Vermummte Polizisten stehen vor einer Haustür. © Bundespolizei

Razzia gegen Schleuser: 34-Jähriger in Leer verhaftet

Stand: 14.07.2021 15:01 Uhr

Der Bundespolizei ist bei Razzien in Niedersachsen und in Rheinland-Pfalz offenbar ein Schlag gegen eine mutmaßliche Schleuserbande gelungen. In Leer wurde der mögliche Kopf der Gruppe verhaftet.

Laut Bundespolizei handelt es sich um einen 34 Jahre alten Mann. Er soll die elfköpfige Bande angeführt haben. Unter anderem wurden neun Objekte in Leer, wo den Beamten der mutmaßliche Haupttäter ins Netz ging, sowie je eine Wohnung in der Gemeinde Moormerland (Landkreis Leer) und im rheinland-pfälzischen Schweich (Landkreis Trier-Saarburg) durchsucht.

34-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Dem 34-Jährigen wird vorgeworfen, mit der international agierenden Bande die Schleusung von Menschen aus Syrien nach Deutschland und in europäische Nachbarländer organisiert zu haben. Der Syrer sitzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich nun in Untersuchungshaft, wie ein Bundespolizeisprecher am Mittwoch mitteilte.

Kassierte Bande bis zu 10.000 Euro pro Schleusung?

Die Beamten stellten bei den Durchsuchungen unter anderem Datenträger sicher. Bislang sind den Ermittlern Schleusungen im niedrigen zweistelligen Bereich bekannt, die der Gruppe zugeordnet werden und für die die Schleuser jeweils bis zu 10.000 Euro kassiert haben sollen. Die Durchsuchungen hätten unter anderem dazu gedient, Beweismaterial zu weiteren Schleusungen zu finden, sagte der Sprecher.

Ermittlungen laufen seit März

Nach eigenen Angaben ermittelt die Bundespolizei seit März gegen die Gruppe. Die Ermittler gehen von einer bandenmäßigen Struktur aus. Den Beschuldigten wird neben der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern auch Ausweismissbrauch, unerlaubte Einreise und Geldwäsche vorgeworfen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 14.07.2021 | 15:00 Uhr

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