Stand: 25.10.2018 14:52 Uhr

Prozess gegen Polizisten nach tödlichem Unfall

Im November 2017 setzen Polizisten einen Mann, der zuvor auf einer Polizeiwache geworden war, auf einem Parkplatz im Oldenburger Stadtgebiet ab. Sie lassen ihn allein, als sie zu einem Einsatz gerufen werden, obwohl er betrunken ist. Der Mann, ein 23-jähriger Iraner, wird wenig später auf einer Straße zwischen Wahnbek und Rastede überfahren. Nun müssen die Polizisten vor Gericht, nachdem eine erste Anklage vom Landgericht Oldenburg noch abgelehnt worden war. Das Landgericht Oldenburg hatte damals keinen hinreichenden Tatverdacht gesehen und die Polizisten zunächst entlastet. Die Kammer hielt es nicht für wahrscheinlich, dass sich der 23-Jährige in einer hilflosen Lage befunden habe. Dagegen legten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger Beschwerde ein, der das Oberlandesgericht nun stattgegeben hat.

OLG: Anklage nicht aussichtslos

Die beiden Polizisten müssen sich vor dem Landgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Was genau in der Nacht passiert ist, darüber gibt es sehr unterschiedliche Aussagen. Allein deshalb sei eine Anklage nicht von vornherein aussichtslos, sagte ein OLG-Sprecherin laut NDR 1 Niedersachsen. Demnach hätten manche Zeugen den später getöteten Iraner als gänzlich desorientiert beschrieben, anderen sei er nur leicht alkoholisiert erschienen. Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar.

Weitere Informationen

Tödlicher Unfall: Kein Prozess gegen Polizisten

Die Polizisten, die einen 23-jährigen Iraner betrunken auf einem Oldenburger Parkplatz abgesetzt hatten, müssen nicht vor Gericht. Der junge Mann war kurz danach überfahren worden. (23.07.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.10.2018 | 17:00 Uhr

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