Der Prälat Peter Kossen demonstriert vor der CDU-Zentrale mit einem Schild auf dem "Werkverträge und Leiharbeit verbieten! Keine Schlupflöcher im Arbeitsschutzkontrollgesetz" geschrieben steht. © Peter Kossen

Protest gegen CDU-Politik: Prälat Kossen allein in Berlin

Stand: 16.11.2020 16:13 Uhr

Der katholische Prälat Peter Kossen hat am Montag vor dem Konrad-Adenauer-Haus der CDU in Berlin alleine gegen die Arbeitsschutzpolitik der Partei protestiert.

Seiner Ansicht nach verzögert die Union das von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) entworfene Arbeitsschutzkontrollgesetz, das zum 1. Januar 2021 in Kraft treten sollte. Es sollte die Werkvertragsarbeit und die Leiharbeit in der Fleischindustrie verbieten. Die Union wolle jedoch die Leiharbeit weiter gestatten, kritisierte Kossen, der selbst aus Visbek (Landkreis Vechta) stammt.

Videos
Die Filmemacherin Yulia Lokshina.
2 Min

Film über osteuropäische Schlachthelfer geht unter die Haut

Yulia Lokshinas Film zeigt die bewegenden Schicksale der Arbeiter und die Verzweiflung über deren ausweglose Situation. 2 Min

Kossen: "Komplizen der Sklaventreiber"

"Damit macht sie sich zum Komplizen der Sklaventreiber. Nicht für die Täter Partei zu ergreifen, sondern für die Opfer, ist die dringliche Aufgabe einer christlichen Volkspartei", sagte Kossen. Das Gesetz sollte Ende Oktober im Bundestag verabschiedet werden, war aber kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen worden. Auch die SPD hatte der Union eine Blockade und Verwässerung des Gesetzes vorgeworfen. Kossen argumentierte, schon jetzt werde Werkvertragsarbeit zur Leiharbeit umetikettiert. So könnten die "Verantwortlichen moderner Sklaverei einfach weitermachen".

Der Theologe prangert seit Jahren die menschenunwürdigen Bedingungen vor allem in der Fleischindustrie im Nordwesten Deutschlands an.

Weitere Informationen
Eine Polizistin trägt bei einer Razzia einen Karton in einen Transporter. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Fleisch-Razzien: Althusmann fordert "klare Kante"

In Niedersachsen sollen Leih- und Zeitarbeitsfirmen Osteuropäer illegal in Fleischbetriebe geschleust haben. Wirtschaftsminister Althusmann fordert ein schnelles Werkvertragsverbot. (23.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die "Gorch Fock" beim Ausdocken an der  Bredo-Werft. © NDR

Wurde auf der "Gorch Fock" illegales Teakholz verbaut?

Umweltschützer erheben schwere Vorwürfe. Nach europäischem Recht hätte das Tropenholz nicht importiert werden dürfen. mehr

Ein Arzt injiziert einer Patientin einen Impfstoff. © picture alliance Foto: Zacharie Scheurer

Corona-Impfungen in Niedersachsen: Krisenstab nennt Details

Für Niedersachsen sind laut einem Medienbericht 500.000 Dosen reserviert. Losgehen könnte es ab Mitte Dezember. mehr

Eine Mitarbeiter schiebt Schweinekeulen durch einen Schlachtereibetrieb. © picture alliance Foto: Jan Woitas

Verbot von Werkverträgen: Reimann freut sich über Durchbruch

Der Bund hat sich auf ein Gesetz gegen Ausbeutung in der Fleischindustrie geeinigt - nach monatelangem Streit. mehr

Am vordersten Trecker einer Treckerkolonne steht "Wir verramschen Lebensmittel", darunter die Logos von Supermärkten. © NWM TV
1 Min

Neuenkruge: Bauern werfen Supermärkten Ramschpreise vor

Im Landkreis Ammerland haben Landwirte vor einem Edeka-Lager demonstriert. Sie fordern höhere Lebensmittel-Preise. 1 Min

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen