Stand: 11.06.2019 18:11 Uhr

Polizeiaktion auf Fähre wegen getötetem Lübcke

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Die Polizei hat im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) eine Aktion auf zwei Nordseefähren durchgeführt. (Themenbild)

Ein groß angelegter Polizeieinsatz auf zwei Nordseefähren in Harlesiel (Landkreis Wittmund) am Sonnabend steht im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU). Das haben das zuständige hessische Landeskriminalamt (LKA) und die Kasseler Staatsanwaltschaft am Dienstag erstmals bestätigt. "In diesem Zusammenhang wurde eine Person in Gewahrsam genommen und mit dem Ziel der Informationsgewinnung in das Polizeipräsidium Nordhessen nach Kassel verbracht", teilten die Behörden mit.

Verdächtiger wieder entlassen

Es hätten sich bei der Befragung aber keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Mann an der Tat beteiligt war. "Aus diesem Grund wurde die Person in den frühen Sonntagmorgenstunden wieder entlassen", erklärten die Ermittler, die keine weiteren Angaben zu dem Mann oder dem Hintergrund der Polizeiaktion machten. Mehrere Medien hatten am Wochenende über den Einsatz berichtet.

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Vernehmung im Fall Lübcke

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke hat die Polizei einen Mann befragt. Ein Sprecher der Sonderkommission nannte keine weiteren Details. Mehr bei tagesschau.de. extern

Fährverkehr über mehrere Stunden eingestellt

Der Fährverkehr zwischen Harlesiel und der Nordseeinsel Wangerooge war infolge des Einsatzes am Sonnabendnachmittag über mehrere Stunden eingestellt worden. Während des Einsatzes kreiste ein Hubschrauber über der Nordseeinsel. Bei Twitter berichtete ein Reisender, dass er nach einer Stunde die für 14.30 Uhr gebuchte Fähre wieder verlassen musste und erst um 17.37 wieder einsteigen durfte. Zeugen zufolge fuhren die Fähren erst wieder gegen 18 Uhr. Den Menschen an Bord seien keine Angaben über die Hintergründe des Einsatzes gemacht worden.

Polizei: Einsatz für anderes Bundesland

Die Polizei Wilhelmshaven hatte am Sonnabend mitgeteilt, dass der Polizeieinsatz für ein anderes Bundesland stattgefunden habe. Um das laufende Verfahren nicht zu gefährden, könnten keine weiteren Auskünfte erteilt werden, hieß es.

Fall gibt Ermittlern Rätsel auf

Der Kasseler Regierungspräsident war in der Nacht zum 2. Juni erschossen auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha (Landkreis Kassel) gefunden worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. Das Motiv ist immer noch unklar.

Weitere Informationen

Wangerooge: Großer Polizeieinsatz stoppt Fähren

Wegen eines Polizeieinsatzes haben die Schiffe nach Wangerooge am Sonnabend nur verspätet ablegen können. Die Beamten fahndeten nach Personen, Einzelheiten wurden nicht genannt. (09.06.2019) mehr

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Lübcke wurde aus nächster Nähe erschossen

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ist an einer Schussverletzung aus nächster Nähe in den Kopf gestorben. Ein Motiv ist unklar. Das berichtet die "hessenschau". extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.06.2019 | 10:00 Uhr

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