Niels Högel, angeklagt wegen hundertfachen Mordes, sitzt am Prozesstag im Gerichtssaal. © picture alliance/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Patientenmörder Högel: Acht Vorgesetzte ab Januar vor Gericht

Stand: 10.09.2021 17:43 Uhr

Acht Ex-Vorgesetzten des verurteilten Patientenmörders Niels Högel wird ab Januar der Prozess gemacht. Vier von ihnen sind laut einem Bericht wegen vorsätzlicher Tötung durch Unterlassen angeklagt.

Sie waren dem früheren Intensivpfleger am Krankenhaus Delmenhorst vorgesetzt. Die übrigen vier Personen arbeiteten mit Högel in Oldenburg zusammen. Ihnen wird Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung durch Unterlassen vorgeworfen. Das berichtet die "Nordwest-Zeitung". Allen acht werde zur Last gelegt, aus Sorge um den Ruf ihrer Einrichtungen schwere Verdachtsmomente gegen Högel vertuscht zu haben. Durch das Unterlassen habe der zu lebenslanger Haft verurteilte Högel seine Mordserie fortsetzen können, so der Vorwurf. Verhandelt wird am Landgericht Oldenburg.

Vorgesetzte legten Högel Kündigung nahe

Högel hatte nach Überzeugung des Gerichts seine Patienten mit Medikamenten vergiftet, die zum Herzstillstand führten, um sie anschließend reanimieren zu können. So wollte er als Lebensretter glänzen. Im Mordprozess war deutlich geworden, dass die Vorgesetzten in Oldenburg nach einem Verdacht dem Pfleger die Kündigung nahegelegt hatten. Mit einem guten Zeugnis bewarb sich Högel dann erfolgreich in Delmenhorst.

Högel laut Urteil schuldig an 85 Morden

Laut dem Bericht sind für den Prozess bislang 40 Verhandlungstermine vorgesehen. Der Ex-Krankenpfleger Högel war am 6. Juni 2019 vom Oldenburger Landgericht wegen insgesamt 85 Morden im Klinikum Oldenburg und dem Krankenhaus Delmenhorst zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.09.2021 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Gänse fliegen über einen Deich mit Schafen. © Sina Schuldt/dpa Foto: Sina Schuldt

Gesetzesnovelle verbessert Deichschutz - auf Kosten der Natur?

NABU und BUND kritisieren Niedersachsens Umweltminister Lies. Der kontert, gelobt aber Besserung bei der Kommunikation. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen