Ein Offshore-Windpark © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Offshore-Branche fordert: Politik muss schnell handeln

Stand: 21.01.2021 15:14 Uhr

Der stockende Ausbau von Windenergieanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee bringt die norddeutschen Offshore-Unternehmen immer mehr ins Trudeln. Die Verantwortlichen hoffen auf politische Hilfe.

von Katharina Seiler

Nur ein einziges deutsches Windpark-Projekt nordwestlich von Helgoland wird zurzeit geplant. Das sei zu wenig, um die Produktion dauerhaft in Deutschland zu halten - da sind sich norddeutsche Unternehmen aus der Offshore-Branche einig. Thomas Pontow vom Ingenieurbüro B.Offshore aus Bremerhaven beispielsweise sagt, seine Firma lebe davon, dass sie Projekte in Deutschland realisiert. Wenn diese aber nur stückchenweise kämen, könne er seine Leute nicht auslasten.

Offshore: Besonders die Zulieferer leiden

Pierre Bauer von Windpower Offshore-Siemens Gamesa aus Cuxhaven ergänzt, ein einziges Offshore-Projekt in den nächsten fünf Jahren reiche nicht, um die Wertschöpfungskette aufrechtzuerhalten. Sein Unternehmen liefere die Turbinen mittlerweile in alle Welt, nur nicht mehr nach Deutschland. Die Folgen sind nach Angaben des Branchennetzwerks für Windenergie, kurz WAB, weitreichend: Die Firmen versuchten jetzt, möglichst viele internationale Aufträge an Land zu ziehen - vor allem in den boomenden Märkten Asien und Amerika. Dies sei allerdings problematisch für kleinere Zuliefererfirmen, die sich nicht international aufstellen könnten. Viele hätten bereits aufgegeben, sagt Heike Winkler vom Branchennetzwerk. Die Offshore-Branche fordert deshalb von der Politik, dass sie möglichst schnell weitere potenzielle Flächen auf See für Windkraftanlagen ausschreibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.01.2021 | 16:00 Uhr

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