Eine Hand mit einer Katzenbissverletzung © Fotolia.com Foto: mydegage

Notimpfungen wegen Tollwut: 41 Menschen sind betroffen

Stand: 15.09.2021 18:18 Uhr

Nach dem Verdacht auf Tollwut bei einem illegal eingeführten Hundewelpen sind nun 41 Kontaktpersonen notgeimpft worden. Wenn die Krankheit beim Menschen ausbricht, führt sie zum Tod.

Der kranke Kangal-Welpe war unter anderem in der Tierklinik Posthausen in Ottersberg behandelt worden. Allein dort wurden 30 Beschäftigte notgeimpft. Zwei von ihnen hatten Kratzverletzungen, bei denen unklar ist, ob sie von dem Tier stammen. In der Stadt Bremen ermittelte ein Krisenteam elf Kontaktpersonen, darunter drei Jugendliche, wie der Sprecher des Gesundheitsressorts am Mittwoch sagte. Bislang zeige niemand Krankheitsanzeichen. Das Ressort rechne damit, dass die Impfungen wirkten und niemand erkranke. Für einen Schutz sind fünf Spritzen nötig.

Kranker Welpe stammte aus dem Ausland

Den Hundewelpen hatte eine Familie aus dem Ausland nach Bremen gebracht, obwohl er nicht den vorschriebenen Impfschutz hatte. Ob sich die Besitzer damit strafbar gemacht haben, werde noch geprüft, sagte der Sprecher des Bremer Gesundheitsresorts. Das kranke Tier war zunächst in einer Bremer Tierarztpraxis behandelt worden und starb später in der Tierklinik im Landkreis Verden. Den Mitarbeitenden sei nicht klar gewesen, woher der Welpe stammte, hieß es vom Veterinäramt. Eine ans Friedrich-Löffler-Institut geschickte Probe des Kadavers bestätigte den Tollwut-Verdacht.

Deutschland gilt als tollwutfrei

Tollwut ist eine gefährliche Infektionskrankheit. Sie kann durch infektiösen Speichel vom Tier auf den Menschen übertragen werden - etwa nach einem Biss. "Im Prinzip ist es ein Todesurteil, wenn man nicht innerhalb der ersten Tage impft", sagte der Vorstandsvorsitzende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg, Egbert Tannich. Die Krankheit ist hierzulande allerdings so gut wie ausgestorben: Seit rund 15 Jahren gilt Deutschland als von klassischer Tollwut frei.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.09.2021 | 15:00 Uhr

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