Stand: 17.01.2019 15:09 Uhr

Nordseewerke-Insolvenz: Land sagt Unterstützung zu

Die Nordseewerke in Emden sind erneut insolvent. Die Landesregierung will um den Standort kämpfen.

Nach der erneuten Insolvenz der Nordseewerke in Emden hat die niedersächsische Landesregierung angekündigt, den Werftstandort Emden erhalten zu wollen - auch, um die 85 Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte, sein Haus führe dazu intensive Gespräche. "Angesichts der Insolvenz der Nordseewerke Emden Shipyard (NES) im vergangenen August waren wir optimistisch, dass es Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven auf dem Gelände in Emden geben wird", erklärte der Minister. "Davon sind wir auch heute noch überzeugt." Die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder nannte die erneute Insolvenz einen "handfesten Skandal". "Unsere Solidarität" gilt den 85 Beschäftigten, ließ Modder in einer Stellungnahme verlautbaren.

Kräne der Nordseewerke.

Nordseewerke melden vierte Insolvenz an

Hallo Niedersachsen -

Die Emder Nordseewerke sind zum vierten Mal in sechs Jahren insolvent. Die 85 Mitarbeiter blicken in eine ungewisse Zukunft. Die Landesregierung will den Standort jedoch erhalten.

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Mitarbeiter warten seit Dezember auf Geld

Die einst ruhmreiche Werft mit zwischenzeitlich 5.000 Mitarbeitern musste jetzt zum insgesamt vierten Mal Insolvenz anmelden. In den vergangenen sechs Jahren war das Unternehmen bereits drei Mal insolvent. Bei den verbliebenen 85 Mitarbeitern herrscht Frust. Sie fühlen sich vom Arbeitgeber verschaukelt. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, warten die Mitarbeiter seit Dezember auf ihren Lohn. Seit einigen Tagen ruht nun die Arbeit auf der Werft.

Betriebsrat gibt Investoren die Schuld

Die Schuld geben der Betriebsrat und die Mitarbeiter den Investoren, die sich offenbar nicht auf künftige Pläne für die Werft einigen können. Wegen ihres Streits hätten die Investoren offenbar den Geldhahn zugedreht und die Werft vor die Wand gefahren, heißt es vonseiten der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft IG Metall spricht wie die SPD im Landtag von einem "Skandal", der sich in Emden abspiele. "Die Lage der Branche ist eigentlich gut, es gibt Aufträge, aber das Unternehmen hat sich in den vergangenen drei Monaten mehr mit sich selbst beschäftigt", kritisierte Michael Hehemann von der IG Metall.

Keine Eigenverwaltung

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung wie im vergangenen Jahr wird es indes nicht geben. Diesmal wird ein Verwalter die Entscheidungen treffen. Die Belegschaft fürchtet nun, dass diesmal die Lichter auf der Werft für immer ausgehen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.01.2019 | 12:00 Uhr

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