Stand: 18.11.2019 14:58 Uhr

Nordsee: Toter Kapitän nach 66 Jahren identifiziert

In einem Hafen liegt ein großes Schiff mit der Aufschrift "Zend Water" (deutsch: Schickt Wasser.). Das Umland ist überschwemmt. © picture alliance / dpa Foto: picture alliance / dpa
Die Nordsee-Sturmflut von 1953 war eine der schwersten des 20. Jahrhunderts. An den Küsten der Niederlande und Englands starben mehr als 1.800 Menschen. (Symbolbild)

In den Niederlanden ist im September ein 66 Jahre alter Vermisstenfall geklärt worden, der seinen Ausgangspunkt in Cuxhaven hat. Wie die Polizei in Leeuwarden jetzt mitteilte, handelt es sich bei einer im Frühjahr 1953 auf der westfriesischen Insel Terschelling angespülten Leiche um einen niederländischen Kapitän. Andries Penning war bei der großen Sturmflut jenes Jahres umgekommen, als sein Küstenschiff "Westland" auf der Fahrt von Cuxhaven nach England vor der niederländischen Küste sank.

Identifizierung durch DNA-Analyse

Die Identifizierung möglich gemacht hatte eine DNA-Analyse. Pennings Sohn hatte vor einiger Zeit das Wrackmuseum der Insel besucht, in dem unter anderem eine Winde und Fotos der "Westland" ausgestellt sind. Im Anschluss gab der 69-Jährige bei der Polizei eine DNA-Probe ab, weil er vermutete, dass es sich bei dem Toten um seinen Vater handeln könnte. Die Analyse des Gen-Materials bestätigte den Verdacht. Woher die Vergleichsprobe des Toten stammt, sagte die Polizei nicht. Fest steht, dass der Seemann anonym auf der Insel beigesetzt wurde. Mit Kapitän Penning starben sechs weitere Besatzungsmitglieder. Bei der Katastrophe in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953, eine der schwersten Nordsee-Fluten des 20. Jahrhunderts, kamen mehr als 1.800 Menschen ums Leben.

Weitere Informationen
Luftbild der Nordseeküste in Cuxhaven. © imago/blickwinkel

Cuxhaven: Kugelbake, Alte Liebe, Strand und Watt

Schiffe bestaunen, frischen Fisch genießen oder durch ausgedehnte Heidegebiete wandern: Cuxhaven, das beliebte Seebad an der Nordseeküste, bietet mehr als nur Strand und Watt. (13.05.2019) mehr

Der Seiteneingang des Museums "Windstärke 10" in Cuxhaven. © NDR Foto: Oliver Gressieker

So rau kann das Meer sein

Tausende haben auf dem Meer ihr Leben gelassen - und doch fahren täglich Schiffe auf hohe See. Das Museum Windstärke 10 in Cuxhaven zeigt die Gefahren und Herausforderungen. (09.01.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.11.2019 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Schild mit dem Wort "geschlossen" hängt hinter einer Glastür. © photocase Foto: axelbueckert

Wer zahlt für Corona-Schließungen? Gastronomen klagen

Das Landgericht Aurich muss die Fälle von zehn ostfriesischen Betrieben prüfen, die Geld von Versicherungen fordern. mehr

Die Lichtaufschrift Polizei bei einem Polizeiwagen © picture alliance / Frank May Foto: Frank May

Unbekannter überfällt Tankstelle in Wilhelmshaven

Der Täter bedrohte laut Polizei den Kassierer mit einer Waffe. Anschließend flüchtete er mit dem erbeuteten Bargeld. mehr

Mitarbeiter transportieren mit Hilfe eines Schwerlastkrans einen blauen Castorbehälter in das Innere des Reaktors. © dpa-Bildfunk Foto: Boris Roessler

Bund will trotz Corona an Castor-Transport festhalten

Niedersachsens Innenminister Pistorius hatte die Bundesregierung in einem Brief gebeten, die Aktion zu verschieben. mehr

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Kultusminister Tonne stellt Pläne für Schulstart vor

Trotz weiterer Corona-Fälle plant er ab Montag Präsenzunterricht. NDR.de zeigt die Pressekonferenz heute live. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen