Stand: 21.10.2019 10:51 Uhr

Nordsee: Forscher untersuchen Weltkriegs-Munition

Forscher wollen herausfinden, welche Gefahren von alter Muniton auf dem Meeresgrund ausgehen.

Rund 30 Wissenschaftler und Experten beraten in Bremerhaven über das weitere Vorgehen bei der Untersuchung von Schiffswracks in der Nordsee. In den Wracks liegen teilweise noch Munition und Sprengstoff aus Weltkriegszeiten. Hunderttausende Tonnen chemischer und konventioneller Waffen liegen auf dem Grund der deutschen See. Fünf der Wracks wollen die Forscher ab Mai kommenden Jahres genauer untersuchen - drei von ihnen stammen aus dem Ersten Weltkrieg, zwei aus dem Zweiten. Ziel des Projekts, das vom Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) koordiniert wird, ist es, mögliche Gefahren für die Umwelt zu erforschen. Denn die Munition zersetzt sich mit fortschreitendem Alter immer stärker.

Miesmuscheln sollen Schadstoffbelastung aufzeigen

Die Forscher wollen von Bremerhaven oder Helgoland aus mit dem AWI-Forschungsschiff "Heincke" zu einem der Wracks fahren. Taucher oder Tauchroboter sollen dann hinabtauchen und den Zustand der Schiffe und der Munition erfassen. In der Nähe der Wracks sollen zudem Miesmuscheln als eine Art Bio-Marker ausgebracht werden, wie Philipp Grassel vom DSM sagte. Die Muscheln können Aufschluss über mögliche Schadstoffe im Wasser liefern, weil sie das Wasser filtern und dabei auch Abfallstoffe aufnehmen. Dies soll später analysiert werden.

Etwa 120 Kriegswracks in deutscher Nordsee

Das Forschungsprojekt "North Sea Wrecks" besteht seit 2018 und wird mit vier Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Beteiligt sind Experten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Norwegen und Dänemark. Grassel schätzt, dass im deutschen Teil der Nordsee etwa 120 Kriegswracks liegen. Die fünf Schiffe, die nun untersucht werden sollen, liegen im südlichen Teil der Nordsee.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.10.2019 | 09:30 Uhr

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