Stand: 05.04.2019 13:38 Uhr

Niederelbe: Kommunen fordern höhere Deiche

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Die Anrainerkommunen an der Elbe fordern den Ausbau der Deiche. (Themenbild)

Gemeinden entlang der Niederelbe fordern höhere Deiche. Die Landräte der Landkreise Cuxhaven, Stade und Harburg sowie zahlreiche Bürgermeister und die Deichverbände haben dies bei einer Küstenschutz-Konferenz in Otterndorf im Landkreis Cuxhaven deutlich gemacht. Die Niederelbe ist ein Abschnitt der Unterelbe, er reicht vom Mühlenberger Loch bis nach Cuxhaven.

Neuer Generalplan Küstenschutz gefordert

Die Deiche seien deutlich zu niedrig, sagte der Sprecher des Landkreises Cuxhaven gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Ungefähr die Hälfte des rund 135 Kilometer langen Abschnitts zwischen Cuxhaven und Geesthacht sei von Absenkungen von bis zu einem halben Meter betroffen. Der Stader Landrat Michael Roesberg warnte deshalb eindringlich: "Auch wenn wir zurzeit noch vor dem 'Blanken Hans' sicher sind - auf mehr als der Hälfte der Strecke ist die Hauptdeichlinie nicht gegen die Sturmfluten der nächsten Jahrzehnte gewappnet." Die Marschgebiete mit rund 500.000 Menschen dürften bei einer schweren Sturmflut nicht zum Überlaufpolder werden.

Land soll Deichhöhe festlegen

Wie hoch die Deiche in Zukunft in Hinblick auf den vom Klimawandel ausgelösten steigenden Meeresspiegel sein müssten, stünde nicht einmal genau fest. Dafür müsste ein neuer Generalplan Küstenschutz aufgestellt werden. Der alte Plan stamme noch aus dem Jahr 2007, so der Landkreissprecher. Doch bevor die Deiche erhöht werden können, müsse das Land Niedersachsen rechtlich verbindlich das sogenannte Bestick der Deiche, die sturmflutsichere Höhe, amtlich festlegen. Darin noch nicht berücksichtigt seien Anpassungen von Sturmflutsperrwerken und Schöpfwerken. Die erforderliche Summe würde damit etwa dem Vierfachen dessen entsprechen, was zurzeit jährlich für die über 600 Kilometer Küstendeiche in ganz Niedersachsen ausgegeben wird. Derzeit gibt Niedersachsen jährlich rund 62 Millionen Euro für den Küstenschutz aus.

Umweltministerium will Pläne überarbeiten

Die Deiche im gegenüberliegenden Hamburg und Schleswig-Holstein würden bereits auf die erforderliche Höhe gebracht, machten die Teilnehmer der Konferenz deutlich. Das niedersächsische Umweltministerium hat nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen inzwischen auf die Forderungen reagiert und will seine Pläne neu berechnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 05.04.2019 | 08:30 Uhr

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