Stand: 17.01.2019 15:36 Uhr

Nach Havarie: "MSC Zoe" ist wieder auf See

Das Containerschiff "MSC Zoe" hat Bremerhaven verlassen. Am Donnerstagmittag befand sich das Schiff - wie auf der Seite marinetraffic.com zu sehen - in der Nordsee in Richtung Skagerak.

Das Containerschiff "MSC Zoe" ist wieder flott und auf See: Am Donnerstag nahm das Schiff Kurs Richtung Danzig. Rund zwei Wochen nach der Havarie in der Nordsee hatte die "MSC Zoe" am Mittwochabend Bremerhaven verlassen. Zuvor hatte die zuständige Berufsgenossenschaft Verkehr und Schiffssicherheit die Ladung des Containerriesen eingehend überprüft und das Schiff anschließend für verkehrssicher erklärt. In den vergangenen Tagen waren nach Angaben des Hafenkapitäns rund 450 Container aus beschädigten Boxenreihen von Bord auf die Kaje gesetzt worden.

Mehr als 280 Container verloren

Der Megafrachter war Anfang Januar auf dem Weg von der portugiesischen Hafenstadt Sines nach Bremerhaven, als im Sturm nahe Borkum mehr als 280 Container über Bord gingen und Hunderte weitere beschädigt wurden. Einige der Container, die nicht über Bord gegangen waren, hatten sich mit ihren Halterungen ineinander verkeilt. Sie mussten in Bremerhaven mit Spezialmaschinen getrennt werden.

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270 Container sind beim Frachter "MSC Zoe" bei stürmischer See über Bord gegangen. Sie sind offenbar nicht vorschriftsmäßig gesichert worden. Die niederländische Staatsanwaltschaft ermittelt. Video (03:01 min)

Bergung der Container: Warten auf besseres Wetter

Die Suche nach den in der Nordsee verlorenen Containern geht unterdessen weiter. Ihre Bergung wird voraussichtlich Monate in Anspruch nehmen. Nach Angaben niederländischer Behörden wurden bisher 238 Container geortet. Ein großer Teil der Container liege in zwei Gebieten auf der Schifffahrtsroute nördlich der niederländischen Inseln Terschelling und Schiermonnikoog sowie weiter östlich in Richtung Borkum. Die meisten Container liegen demnach in einer Tiefe zwischen 20 und 30 Metern. Die Bergung wird nach Angaben eines niederländischen Ministeriumssprechers wegen der stark befahrenen Route nicht einfach werden. "Das ist wie auf einer Autobahn."

"MSC Zoe": Container-Ladung wird Strandgut

Schuhe, Fernseher und Mikroplastik angespült

18 Container sind bislang an niederländischen Inseln angespült worden. Der Inhalt der zerbeulten und aufgebrochenen Container sowie weiteres Strandgut landete an den Stränden mehrerer niederländischer und deutscher Inseln. Allein in Deutschland wurden nach Angaben des Havariekommandos bis Dienstag rund 170 Kubikmeter Strandgut eingesammelt, darunter Schuhe, Spielzeug, Kühlschränke, Fernseher und Mikroplastik. Der Großteil landete auf Borkum. Zwei noch nicht geortete Container waren mit giftigem Dibenzoylperoxid und wie nun bekannt wurde auch Dicyclohexyl-Phthalat beladen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.01.2019 | 15:30 Uhr

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