Ein Streifenwagen steht vor einem Haus, in dem am Vorabend zwei Tote aufgefunden wurden. © picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Nach Gewalttat in Fischerhude: Polizei warnt vor Betrügern

Stand: 02.01.2022 15:57 Uhr

Nach der Gewalttat in Fischerhude haben sich Anrufer gegenüber einem 85-Jährigen als Polizisten ausgegeben. Die Polizei Verden wertet dies als Versuch, sich die Verunsicherung zunutze zu machen.

Nach dem zweifachen Tötungsdelikt in Fischerhude im Landkreis Verden warnt die Polizei vor mutmaßlichen Betrügern, die sich als Polizeibeamte ausgeben. Auslöser ist ein Anruf am Sonntagmittag durch angebliche Polizisten bei einem 85-Jährigen. Demnach hätten sich der falsche Beamte und ein angeblicher Kollege als Ermittler des "Raubdezernats" ausgegeben und erklärt, dass es sich bei dem Tötungsdelikt um einen Raubüberfall gehandelt habe. Es sei eine Liste aufgetaucht, auf der weitere Namen von potenziellen Opfern stünden, die als nächstes überfallen werden sollen. "Bevor es zu weiteren Anweisungen - beispielsweise die im Haus befindlichen Wertgegenstände an Polizeibeamte zu übergeben - kam, wurde das Telefonat beendet", heißt es in einer Mitteilung der Polizei Verden vom Sonntag.

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Thomas Gissing von der Polizei Diepholz. © Screenshot
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Der 64-Jährige soll eine Frau (73) und ihren Sohn (56) getötet haben. Eine Augenzeugin schaffte es schwer verletzt zu den Nachbarn. (29.12.2021) 3 Min

Polizei tätigt solche Anrufe nicht

Die Ermittler werten dies als Versuch, die Verunsicherung in der Bevölkerung weiter zu schüren und sie sich möglicherweise zunutze zu machen. Sie nimmt den Anruf ferner zum Anlass zu betonen, dass die bislang geführten Ermittlungen weder auf ein Raubmotiv hinweisen noch dass es eine Liste mit potenziellen weiteren Opfern gibt. Auch gebe es Anrufe dieser Art seitens der Polizei nicht. Im Zweifel sei die Polizeiinspektion Verden/Osterholz für Nachfragen jederzeit unter der Telefonnummer (04231) 80 60 zu erreichen.

Schwerverletzte konnte zu Nachbarn fliehen

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler besteht der Hintergrund der Tat vermutlich in länger andauernden persönlichen Streitigkeiten. Der 64-jährige Verdächtige hatte sich selbst der Polizei gestellt, sich aber bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er sitzt in Untersuchungshaft. Der Mann soll mit einer Schusswaffe am Dienstagabend eine 73-jährige Frau und einen 56 Jahre alten Mann getötet haben. Eine 53-Jährige - Medienberichten zufolge die Cousine der getöteten Frau - konnte sich schwer verletzt zu Nachbarn retten.

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Der Mittelarm des Flusses Wümme plätschert in unmittelbarer Nähe eines Fachwerkhauses, in dem am Vorabend zwei Tote aufgefunden wurden. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 03.01.2022 | 06:30 Uhr

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