Stand: 07.04.2019 14:55 Uhr

NABU sagt Schottergärten den Kampf an

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Vorgärten mit viel Schotter und Steinen sind derzeit auf dem Vormarsch.

Pflegeleicht gestaltete Vorgärten ohne Pflanzen, aber mit jeder Menge Schotter entwickeln sich immer mehr zu einem Trend. Bei vielen Hausbesitzern scheint die Bequemlichkeit der Gartenpflege an oberster Stelle zu stehen. Der Naturschutzbund (NABU) hat dieser Entwicklung unter anderem zum Schutz der Insekten jetzt den Kampf angesagt. Die Umweltschützer fordern von Städten und Kommunen konkrete Maßnahmen gegen Schotter- und Steingärten, mit deren Hässlichkeit sich sogar schon Seiten auf Facebook humorvoll beschäftigen.

Bepflanzung soll in Bremen Pflicht werden

Vorreiter in der Bekämpfung der Schotterwüsten ist das kleinste Bundesland Bremen. Die Stadt plant ein sogenanntes Ortsgesetz über die Begrünung von Freiflächen und Flachdachflächen, das in der zweiten Mai-Woche verabschiedet werden soll. Er sieht vor, dass Außenflächen zu begrünen oder zu bepflanzen sind, sollte dies nicht einer anderen zulässigen Verwendung entgegenstehen. Fahrrad-Stellplätze oder Terrassen dürfen demnach weiterhin gepflastert werden, große Steinbeete sind dagegen nicht erlaubt.

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Keine Eingriffe in bestehende Gärten

"Es ist das Bestreben, der schleichenden Verschotterung der Vorgärten einen Riegel vorzuschieben und dort eine Bepflanzung sicherzustellen", sagt Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Dadurch steige auch die Lebensqualität. Ein wesentliches Ziel sei dabei die Verbesserung des Stadtklimas - insbesondere angesichts zu erwartender Hitzesommer und Starkregen-Ereignisse. Das neue Gesetz, das nicht für Bremerhaven gilt, entstand auf Initiative der Grünen. Die Grundstücksbesitzer sollen eine Liste mit insektenfreundlichen Pflanzen bekommen. Bestehende Gärten und Bauanträge sind von der Regelung nicht betroffen. "Es gibt keine Eingriffe in Besitzstände von Menschen", betont Lohse.

NABU wünscht sich mehr aktive Kommunen

Der NABU begrüßt die Bremer Pläne. "Einige Kommunen sind schon sehr aktiv, es müssten natürlich noch mehr werden", sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. Das Problem sei, dass Schottergärten nur wenige oder gar keine Pflanzen enthalten. Zudem würden häufig nicht heimische Pflanzen in die Steinbeete gesetzt, welche den hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung böten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 08.04.2019 | 17:00 Uhr

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