Stand: 15.12.2017 08:11 Uhr

Ministerium einigt sich mit Traditionsschiffern

Wegen der neuen Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe ist auf dem Dampf-Eisbrecher "Wal" in Bremerhaven monatelang um die Zukunft gebangt worden. "Wir haben große Sorgen, dass wir den Betrieb künftig einschränken oder vielleicht sogar einstellen müssen", hatte der Technische Leiter der "Wal", Uwe Harrie, im Mai im Gespräch mit NDR.de gesagt. Diese Befürchtungen dürften nun vom Tisch sein, denn nach einem monatelangen Streit hat sich das Bundesverkehrsministerium mit den Traditionsschiffern darüber geeinigt, wie die Richtlinien umgesetzt werden sollen, ohne die Betreiber finanziell zu stark zu belasten. "Gemeinsam haben wir mit den Vereinen und Verbänden Lösungen entwickelt, wie die historischen Schiffe sicher für Besatzung und Passagiere bleiben", sagte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag. Die Traditionsschifffahrt könne so langfristig erhalten werden.

Finanzielle Unterstützung bei Umbauten

Nach Angaben des Ministeriums konnten zahlreiche Einzelfragen etwa zur Seediensttauglichkeit, zur Beförderung von Ladung und zur Brandschutzausrüstung geklärt und Bedenken ausgeräumt werden. Notwendige sicherheitsrelevante Umbauten bei den Schiffen sollen über ein spezielles Förderprogramm unterstützt werden. Für Januar sei nun eine Abstimmung mit den Küstenländern zur neuen Verordnung geplant. "Die Saison 2018 kann kommen", so Schmidt.

Verband ist zufrieden

"Das ist ein Kompromiss, mit dem man zu 95 Prozent leben kann", sagte der Vize-Chef des Dachverbands für Traditionsschiffe, Nikolaus Kern. Es gebe jedoch weiterhin zwei bis drei offene Punkte, die sich vor allem auf den Baubereich bezögen. Fest zugesagt seien ein Ombudsmann und ein Fördertopf, der jedoch wegen der unklaren Regierungskonstellation in Berlin und den daraus resultierenden Unsicherheiten beim Haushalt noch nicht endgültig festgelegt sei, so Kern.

Betreiber befürchteten erhebliche Kosten

Um die geplante Verordnung, die am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, gab seit Längerem Streit. Sie legt unter anderem fest, wie Traditionsschiffe baulich beschaffen sein müssen, wie der Brandschutz geregelt und welche Rettungsmittel an Bord sein müssen. Die Betreiber befürchteten, dass die etwa betroffenen rund 100 Schiffe nach Inkrafttreten der Verordnung nicht mehr ohne umfangreiche und kostspielige Nachrüstungen fahren dürfen. Dies und zusätzlich die kostspielige Ausbildung von Crew-Mitgliedern wäre für viele kaum finanzierbar gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.12.2017 | 08:00 Uhr

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