Arbeiter auf einem der beiden Schwimmteile (Bug) des Kreuzfahrtschiffes "AIDAnova". © picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Meyer Werft: Keine Einigung bei Tarifverhandlungen

Stand: 12.11.2020 14:17 Uhr

Die Tarifverhandlungen zwischen der Geschäftsleitung der Papenburg Meyer Werft und der Arbeitnehmerseite sind vorerst gescheitert. Streitpunkte sind die Kurzarbeit sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen fordert die Werftspitze von der Stammbelegschaft, auf 27 Stunden Kurzarbeit zu reduzieren und außerdem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Die IG Metall bietet an, eine Streichung des Weihnachtsgeldes in diesem Jahr zu akzeptieren, wenn die Arbeitsplätze garantiert bis Ende 2021 erhalten bleiben. Die Werft verlangt dafür im Gegenzug aber nicht nur den Wegfall des Weihnachtsgeldes in diesem, sondern auch im nächsten Jahr sowie die Streichung des Urlaubsgeldes im kommenden Sommer. Das sei absolut inakzeptabel, sagte Betriebsrat Nico Bloem.

Streit auch um Werkvertragsarbeiter

Betriebsrat und IG Metall kritisieren, dass die Stammbelegschaft Lohneinbußen hinnehmen solle, während Werkvertrags- und Leiharbeiter auch weiterhin uneingeschränkt eingesetzt würden. Die Gewerkschaft will, dass die Werft die Zahl der Werkvertragsarbeiter reduziert und dafür Stammbeschäftigte aus der Kurzarbeit holt. Das sei der Werft aber angesichts des Sparkurses zu teuer, sagte ein Sprecher.

Meyer weist Forderungen zurück

"Die Argumentation der Gewerkschaft, dass nur durch die Kurzarbeit und den Abbau von Leistungen durch Partnerunternehmen zugunsten unserer eigenen Mitarbeiter die Beschäftigung gesichert werden kann, geht leider nicht auf", heißt es in einer Mitteilung der Werft. Der Anteil von Eigen- und Fremdleistung müsse gleichmäßig reduziert werden, um das Einsparziel von 1,25 Milliarden Euro in Papenburg zu erreichen.

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Meyer droht mit betriebsbedingten Kündigungen

Die Geschäftsleitung sprach sich dafür aus, dass Gewerkschaft und Betriebsrat an den Verhandlungstisch zurückkehren. Trotz des Gesprächsabbruchs würden die vorliegenden Angebote ihre Gültigkeit behalten, heißt es in der Mitteilung. Man wünsche sich einen konstruktiven Dialog zum Wohle der Stammbelegschaft, um nicht über kurz oder lang betriebsbedingt kündigen zu müssen. Betriebsrat Bloem spricht von einer üblichen Drohkulisse. Man werde erst wieder verhandeln, wenn die Werft ein besseres Angebot auf den Tisch lege. Es könne nicht sein, dass die Stammkräfte in Kurzarbeit Lohneinbußen hinnehmen und Werkvertragsarbeiter Überstunden schieben, so Bloem.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.11.2020 | 12:00 Uhr

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