Stand: 03.01.2019 19:24 Uhr

"MSC Zoe": Suche nach Containern wird dauern

In der Nordsee wird weiter nach mehr als 200 Containern gesucht, die bei der Havarie des Megafrachters "MSC Zoe" über Bord gegangen sind. Nordwestlich von Borkum suchen zwei Spezialschiffe im Auftrag des Havariekommandos nach dem gefährlichen Treibgut. Ein Hubschrauber der Bundespolizei und das Ölüberwachungsflugzeug aus Nordholz sind ebenfalls im Einsatz. Alle Ostfriesischen Inseln wurden nach Angaben von Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos in Cuxhaven, abgeflogen. Anders als in den Niederlanden, wo an Stränden mehrerer Inseln 21 Container und Gegenstände der Ladung, darunter Kühlschränke, Spielzeug, OP-Kleidung und ein Sack mit giftigem Pulver angespült wurden, blieb die Küste in Niedersachsen bislang verschont.

Niederlande: Soldaten säubern Strände

Der Frachter "MSC Zoe" hatte am Dienstag auf dem Weg vom portugiesischen Sines nach Bremerhaven in stürmischer See rund 270 Container verloren. Drei Container sollen Gefahrgut geladen haben, mindestens ein Stahlbehälter enthält laut Mannschaft der "MSC Zoe" Fässer mit gefährlichem Dibenzoylperoxid, das zur Kunststoffherstellung verwendet wird. Der größte Teil der über Bord gegangenen Fracht wurde bislang in den Niederlanden entdeckt. Mittlerweile ist dort die Armee im Einsatz: Soldaten sollen die Strände und Küsten von Verpackungsmüll und anderen Gegenständen der "MSC Zoe" befreien.

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Havariekommando: Einsatz wird dauern

In deutschen Gebiet wurden nach Angaben von Havariekommando-Leiter Monsees bislang sechs Container geortet, davon zwei in der Emsmündung. Die entdeckte Fracht soll gesichert und anschließend geborgen werden, wobei Monsees davon ausgeht, dass einige Container bereits untergegangen sind. Nach seinen Angaben werden die weitere Suche und Bergung der Fracht mindestens "einige Tage" dauern. Der Erfolg der Aktion hänge auch von der Wetterlage ab, sagte Monsees und verwies auf einen für das Wochenende angesagten weiteren Sturm.

"MSC Zoe": Container-Ladung wird Strandgut

Warnung für Borkum

Alle Ostfriesischen Inseln sind nach der Havarie in Alarmbereitschaft. Auf Borkum, Juist und Norderney suchten Helfer die Strände nach möglicherweise angeschwemmter Ladung ab. Für Borkum, vor dessen Küste mehrere Container gesichtet wurden, gilt eine besondere Warnung. Die Menschen auf der Insel werden vom Landkreis Leer davor gewarnt, "offene Container oder freigesetzte Stoffe" zu berühren. Sollte jemand eine Box entdecken, möge er umgehend die Rettungsleitstelle anrufen.

Havarie der "MSC ZOE" in der Nordsee

Wie viele Container gingen über Bord?

Auch für den Schiffsverkehr stellen die Container ein Risiko dar, das Ausmaß lässt sich für das Havariekommando aber schwer abschätzen. Im Wasser treibende Boxen könnten kleine Schiffe beschädigen. Möglicherweise seien zudem Container noch miteinander verbunden und könnten damit auch ein Risiko für große Schiffe sein. Weiterhin ist unklar, wie viele Container genau über Bord der "MSC Zoe" gegangen sind. Die endgültige Zahl wird voraussichtlich erst in ein paar Tagen feststehen, wie das Havariekommando mitteilte. Die "MSC Zoe" hatte in der Nacht zu Donnerstag in ihrem Zielhafen Bremerhaven festgemacht und wird dort untersucht. Die Wasserschutzpolizei in Wilhelmshaven ermittelt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Laut Havariekommando-Leiter Monsees seien etwa Materialermüdung oder fehlerhafte Laschung, also Mängel bei der Ladungssicherung, vorstellbar.

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Hallo Niedersachsen | 03.01.2019 | 19:30 Uhr

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