Stand: 22.01.2019 19:33 Uhr

"MSC Zoe": Die schwierige Bergung der Container

Fünf Tage nach Beginn der Bergungsarbeiten von Containern des Frachters "MSC Zoe" ist noch keiner der Stahlbehälter aus deutschen Gewässern herausgeholt worden. Das hat ein Sprecher des Havariekommandos Cuxhaven am Dienstag auf Anfrage von NDR.de mitgeteilt. 291 der Behälter waren am 2. Januar in stürmischer See von Bord des Frachters gefallen. Die meisten sind gesunken und liegen in 20 bis 30 Metern Tiefe bei den niederländischen Wattenmeerinseln. 26 Container - oder Teile von ihnen - werden im Meer vor Borkum vermutet. Das von der Reederei "MSC" beauftragte Bergungsunternehmen geht nach Informationen des WDR davon aus, dass es im günstigen Fall drei Monate dauert bis alle Behälter geborgen sind, im ungünstigen Fall könnten es aber auch sechs Monate werden.

Die Container-Bergung in Bildern

Sind alle Container beim Sturz zerschellt?

Zwei Bergungsschiffe mit jeweils 15 Besatzungsmitgliedern sind nach WDR Informationen rund um die Uhr im Einsatz. Die Besatzung vermutet, dass alle Container beim Sturz von der "MSC Zoe" zerborsten sind und nun in Einzelteilen aus der Nordsee geholt werden müssen. Für diese Arbeit sind die Bergungsschiffe mit einem Kran samt Greifarm ausgestattet. Da der Kranfahrer praktisch ohne Sicht arbeitet und die Containerteile nur mit Echolot und Sonar ausfindig machen kann, gestaltet sich die Arbeit schwierig. Auf den Einsatz von Tauchern wird wegen der zu großen Strömung in dem Gebiet und zu kleiner Zeitfenster verzichtet. Hinzu kommt, dass die einmal georteten Teile aufgrund der Strömung nicht an Ort und Stelle liegen bleiben. Weiterhin erschwert wird die Bergung dadurch, dass die Containerteile bei der Bergung auseinanderbrechen können. Und auch das Wetter macht die Arbeit zuweilen unmöglich.

Sonarboote suchen weiter nach vermissten Containern

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Weil das Havariekommando Cuxhaven nur für die deutsche See zuständig ist, konnte der Sprecher nicht sagen, wie viele Container bereits in niederländischen Gewässern geborgenen werden konnten. Unklar ist auch die genaue Anzahl der Container, die noch vermisst werden. Während die niederländischen Behörden von insgesamt 291 über Bord gegangenen Containern sprechen, hat das Havariekommando die Information über 286 Container. 18 bis 20 davon seien in den Niederlanden angespült worden, so der Sprecher. Weitere 220 wurden auf niederländischer Seite auf dem Meeresboden geortet, 26 in deutschen. Demnach fehlen noch 20 bis 27 Container. Die Reederei hatte nach der Havarie zugesichert, dass nach den Containern gesucht wird, bis der letzte gefunden ist. So fahren Sonarboote weiter die Nordsee anhand der erstellten Driftmodelle ab und suchen nach den noch vermissten Containern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.01.2019 | 14:30 Uhr

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