Stand: 20.09.2020 13:29 Uhr

Luisa: Die jüngste Imkerin im Ammerland

von Conny Meyer
Die siebenjährige Luisa steht in Imkerkleidung hinter einem Bienenstock. © NDR Foto: Cornelia Meyer-Othmerding
Hobby Imkerin: Die sieben Jahre alte Luisa aus dem Ammerland kümmert sich um zwei Bienenvölker.

"Was ist da denn los?" Luisa ist entsetzt. Eine tote Biene vor dem Einflugloch. "Wahrscheinlich ist das eine Biene vom benachbarten Volk, die wollte hier räubern und dann wurde sie getötet", erklärt sie kurz darauf das Gemetzel vor ihrem Bienenstock. Luisa Weßels ist sieben Jahre alt und weiß, wovon sie spricht. Denn die junge Oldenburgerin ist Imkerin. Vor ein paar Wochen absolvierte sie erfolgreich ihren Imkerkurs. Jetzt ist sie stolze Besitzerin von zwei Bienenvölkern und hier treibt sie nun ihre Studien.

VIDEO: Siebenjährige Oldenburgerin ist Hobbyimkerin (3 Min)

Imkerkurs selbst finanziert

Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren drei jüngeren Geschwistern lebt Luisa am Stadtrand von Oldenburg auf einem riesigen Grundstück. Ihre Kindheit ist ein bisschen wie Astrid Lindgrens "Bullerbü", nur eben im Ammerland. Das Mädchen wollte keinen Hund, Hasen oder Hamster - Luisa wollte unbedingt Bienen. "Warum ich Bienen so toll finde, weiß ich auch nicht. Aber die sind so fleißig und außerdem bringen die uns Honig. Und Honig ist gesund. Und darum finde ich Bienen auch gut." Luisa ist eine kleine, zarte Person mit eisernem Willen. Das Geld für den Imkerei-Grundkurs verdiente sie sich selbst: Ein Jahr lang verkaufte sie Selbstgemaltes und Selbstgebasteltes vor der Haustür. Als sie 100 Euro zusammen hatte, hatte sie ihre Eltern überzeugt. Ihr Vater machte sogar mit und besuchte ebenfalls den Imkerkurs.

Keine Angst vor Bienenstichen

Jetzt haben Vater und Tochter ein gemeinsames Hobby. Immer am Wochenende statten die beiden ihren zwei Bienenvölkern einen Besuch ab - von Kopf bis Fuß in Imker-Anzüge gehüllt, damit sie vor angriffslustigen Bienen geschützt sind. Angst vor Bienenstichen kennt Luisa nicht, als Imkerin hat sie auch dafür Verständnis: "Ich finde das auch okay, wenn man mal gestochen wird, weil man ärgert die ja auch in dem Moment. Das ist dann ein Zeichen, dass man weggehen soll, denn sonst könnten auch mal mehrere Bienen kommen und dich angreifen."

Schon viele Vorbestellungen für den ersten Honig

Sorgfältig nimmt die Siebenjährige Wabe für Wabe aus dem Bienenstock und kontrolliert, ob alles in Ordnung ist oder sich möglicherweise Milben in den Zellen eingenistet haben. "Dann muss mit einer Essigsäure-Behandlung begonnen werden", weiß die Jung-Imkerin. Im Gewusel der Tausenden Bienen interessiert sie aber eigentlich vor allem eine: "Die Königin suchen, das macht mir am meisten Spaß. Die ist blau markiert." Auch das hat Luisa im Frühjahr schon selbst erledigt. Im nächsten Jahr will die kleine Imkerin dann zum ersten Mal ihren eigenen Honig ernten. Sie rechnet mit großer Nachfrage: "Es haben jetzt schon ganz viele Leute meinen Honig bestellt, damit sie auch ein Glas kriegen", erklärt sie und blickt zuversichtlich ihrer Imkerinnen-Zukunft entgegen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 20.09.2020 | 19:30 Uhr

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